Zu früh, zu spät und ein „Fehler“ (und: zu schnell)

(aktualisiert am 20.08.2017!)

Haben Sie gestern Abend die „tagesthemen“ im Ersten gesehen? Ja? Ist Ihnen da ein Fehler aufgefallen? Mir erstmal nicht! Schaut man die Sendung jedoch im Netz nach, dann kann man dort lesen, dass die Sendung verändert wurde, weil es einen Fehler gegeben habe, als der erste Beitrag gelaufen war. „Zu früh, zu spät und ein „Fehler“ (und: zu schnell)“ weiterlesen

KORREKTUR – „Exit Eden“-Mitglied ist Deutsch-Amerikanerin

Im Text „Beeindruckende Untreue“ vom 19.07.2017 stand, dass ein Bandmitglied von „Exit Eden“ aus der Schweiz käme. Ich bitte diesen Fehler zu entschuldigen. Das vierte Bandmitglied, Anna Brunner, ist Deutsch-Amerikanerin, wie man beispielsweise hier nachlesen kann. Es gibt auch eine Schweizer Musikerin mit dem Namen Anna Brunner. Sie spielt aber nicht bei Exit Eden mit.

Übrigens: Mittlerweile ist das Debutalbum der Band erschienen: „Rhapsodies in Black“. Kann ich nur empfehlen!

Gefährlicher Pfusch am Hochhausbau

Prolog: Bitte kritisch lesen!

 

Ein Hochhaus, zwanzigster Stock, mitten in einer Stadt. Ein kleiner Büroraum mit Computern und etwas unordentlichen Schreibtischen. Beim Blick aus dem Fenster fällt ein anderes Hochhaus auf. Auffällig deshalb, weil dort etwas hängt, was wie  ein überdimensioniertes Spannbetttuch aussieht; Befestigt ist es ein paar Stockwerke unter der Turmspitze. Beschriftet mit roter Schrift und irgendwelchen Abkürzungen und kleinerem, nicht lesbarem Text. Ein Protestplakat? „Gefährlicher Pfusch am Hochhausbau“ weiterlesen

Beeindruckende Untreue

Update 16.08.2017: Korrektur! (siehe unten bzw. Klick auf „weiterlesen“)

Da suche ich nach Coverversionen eines allseits bekannten Songs: „Unfaithful“ von Rihanna. Kämpfe mich durch verschiedene Versionen, nicht nur englische, ärgere mich über eine mehrsprachige Version. Bei einer Version bekomme ich aber vor Staunen den Mund nicht mehr zu. „Beeindruckende Untreue“ weiterlesen

Gesetz veraltet?

Kürzlich schrieb ich unter anderem über die Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Ehe, und dass diese einfacher wäre, wenn man sie gleich „Ehe“ nennt, da man sich so viele Gesetzesänderungen ersparen könnte. Mehr dazu hier.

Und gerade bei diesem Thema –  „gleiches Recht in verschiedenen Gesetzen ändern“ – fällt mir ein: Es gibt eine Richtlinie, die vor einigen Jahren in einem Gesetz geändert wurde, in einem anderen nicht, obwohl sie dort fast wortgleich drinstand – und jetzt dort nach wie vor in der alten Fassung zu lesen ist. Die Richtlinie hat auch mit dem Thema Gleichberechtigung zu tun: Diese wurde in dem einen Gesetz umgesetzt, im anderen jedoch nicht! Bis heute.

Konkret geht es um Krebsvorsorge: In § 25 Abs. 2 des fünften Sozialgesetzbuches war früher zu lesen:

„Versicherte haben höchstens einmal jährlich Anspruch auf eine Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen, Frauen frühestens vom Beginn des zwanzigsten Lebensjahres an, Männer frühestens vom Beginn des fünfundvierzigsten Lebensjahres an.“

In § 57 Abs. 2 des Strafvollzugsgesetzes heißt die Richtlinie genauso, nur statt „Versicherte“ steht da „Gefangene“.

Die Vorschrift in § 25 Abs. 2 des SGB 5 wurde mittlerweile geändert und heißt:

„Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, haben Anspruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen.“

Das StVollzG kennt nach wie vor die alte Richtlinie. Früher hat man den Anspruch Versicherten und Gefangenen gleichermaßen zugestanden, die Verbesserung im Gesetz gab es aber nur für freie Menschen. Zum einen: Es heißt doch „Freiheitsstrafe“ und nicht „Gesundheitsstrafe“. Und: Wenn man in diesem Punkt beide Geschlechter in Freiheit gleichstellt, warum dann nicht im Gefängnis? Übrigens: Das Deutsche Krebsforschungszentrum empfiehlt Hautkrebsvorsorge ab 35 (Quelle: https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/frueherkennung/frueherkennung.php). Das ist zwar nach dem 20., aber noch weit vor dem 45. Lebensjahr.

Ehe und Käse

Manche finde eine Ehe heutzutage Käse und altmodisch. Und manche essen ein Brot mit Käse, ehe sie ins Bett gehen. Was bedeuten die Begriffe eigentlich traditionell?

Ehe: Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau

Käse: aus tierischer Milch hergestellt

Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Ganz einfach: Es geht darum, dass es Pläne gibt, die Bedeutung beide Begriffe zu erweitern. So soll das Wort „Ehe“ nicht mehr nur wie oben definiert für eine Partnerschaft von Mann und Frau gelten, sondern für jede andere Partnerschaft. Beim Käse wiederum wurde versucht, nicht nur Produkte aus tierischer Milch so zu nennen, sondern darüber hinaus auch ähnliche Produkte ohne tierische Milch. Zweiteres wurde kürzlich durch den EuGH verboten (siehe z. B. https://www.tagesschau.de/kaese-eugh-101.html).

Nun stellt sich die Frage: Sollten die Gesetze entsprechend geändert werden, damit diese Erweiterung möglich wird? Zum Käse: Führt der Begriff „Pflanzenkäse“ wirklich Verbraucher im Supermarkt in die Irre? Kann sein. Gewohnt war alle bisher: Wo „Käse“ draufsteht, war auch ursprünglich mal Milch drin. Und es gibt ja bereits verschiedene Käsesorten und -marken, in denen der Begriff „Käse“ vorkommt. Problem: Wenn man vegane Produkte ebenfalls „Käse“ nennen würde, dann würden sich da auch verschiedene Bezeichnungen etablieren können, also beispielsweise „Pflanzenkäse“ und „veganer Käse“, aber mit englischen Begriffen sicher noch mehr Vielfalt. Es muss also deutlich sein: Ist es der „klassische“ Käse oder der andere? Und zwar am besten ohne langes Studium der Rückseite.

Zur Ehe: Wo ist der Unterschied, ob man der eingetragenen Lebenspartnerschaft die gleichen Rechte gibt wie der Ehe, oder ob man die eingetragene Lebenspartnerschaft „Ehe“ nennt? Wo ist der praktische Unterschied zwischen einer Erweiterung der Rechte in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft oder der Erweiterung des Begriffs „Ehe“? Zum einen: Für die Beteiligten würde es einfacher, sie könnten auch ganz offiziell heiraten. Zum anderen: Nennt man alle eingetragenen Lebenspartnerschaft „Ehe“, dann braucht man viele Gesetze nicht umschreiben, in denen Rechte nur für Eheleute drinstehen. Die neuen Rechte gelten automatisch, sobald die eingetragene Lebenspartnerschaft eine Ehe ist. Und noch besser: Man übersieht nichts.

 

falsche Kamera = „Bildfehler“?

An was denken Sie, wenn Sie das Wort „Bildfehler“ im Zusammenhang mit einer Fernsehsendung lesen? An eine Bildstörung? Unscharf, verwackelt, auf dem Kopf stehend, falsche Farben, Klötzchenbildung? Das würde mir bei diesem Wort einfallen. Die Leute von tagesschau.de könnten dieser Liste etwas hinzufügen: Falsche Kameraeinstellung.

Gestern Abend. kurz vor 23 Uhr, „tagesthemen“ im „Ersten“. Moderator Ingo Zamperoni schaltet nach Düsseldorf, um sich mit Jörg Schönenborn über die aktuelle Hochrechnung zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zu unterhalten. Aufbau im Studio: Eine Kamera steht links vom Moderator und auch links vom großen Bildschirm, auf dem die Zahlen zu sehen sind (also links an der Seite), eine andere schaut direkt von vorne auf den Bildschirm und Jörg Schönenborn. Am Anfang der Schalte ist standardmäßig die linke Kamera aktiviert, der Bildschirm nicht zu sehen. Dann wird normalerweise umgeschaltet auf die Kamera vorne, damit man die Zahlen mitlesen kann. Diesmal wird aber erstmal nicht umgeschaltet, warum auch immer. Man sieht Jörg Schönenborn, jedoch nicht die Zahlen.

Wer die Sendung in der Nacht auf tagesschau.de schaut, sieht von dieser kleinen Panne nichts. Sie wurde ausgetauscht. Und diesmal finde ich das völlig in Ordnung, dass man das so korrigiert. Schließlich will man die Zahlen auch mitlesen können. Aber: Als ich den Text unterhalb des Videos gelesen hab, dachte ich zunächst: Na, das ist mal super ehrlich! Die schreiben das exakt so auf, wie es korrigiert wurde! Aber: Ich wusste erstmal nichts von der Panne. So las ich den Hinweis auf einen Bildfehler und, dass es wohl mit der Bildqualität zu tun haben könnte. Zitat:

„Der Bericht erreichte uns nach der Sendung in besserer Qualität und wurde ausgetauscht.“

Quelle: http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tt-5233.html

Für mich klingt das in etwa nach folgendem Szenario: Bei der Übertragung von Düsseldorf (Wahlstudio) nach Hamburg („Tagesthemen“-Studio) gab´s Störungen, daher wurde das Original-Material aus Düsseldorf nach der Sendung nach Hamburg geschickt und dort ins Video eingefügt. So war es aber nicht! Die komplette erste Schalte wurde nochmal neu gemacht, das hört man an den teilweise abweichenden Formulierungen von Schönenborn und Zamperoni.

Nun finde ich es in diesem Fall völlig legitim, das nochmal aufzuzeichnen, damit man die Zahlen auch lesen kann. Aber dann erwarte ich auch, dass der Hinweis unter dem Video das auch so erklärt und nicht von einem „Bildfehler“ oder „Qualität“ spricht. Denn diese Formulierung deutet – für mich zumindest – auf etwas ganz anderes hin.