falsche Kamera = “Bildfehler”?

An was denken Sie, wenn Sie das Wort “Bildfehler” im Zusammenhang mit einer Fernsehsendung lesen? An eine Bildstörung? Unscharf, verwackelt, auf dem Kopf stehend, falsche Farben, Klötzchenbildung? Das würde mir bei diesem Wort einfallen. Die Leute von tagesschau.de könnten dieser Liste etwas hinzufügen: Falsche Kameraeinstellung.

Gestern Abend. kurz vor 23 Uhr, “tagesthemen” im “Ersten”. Moderator Ingo Zamperoni schaltet nach Düsseldorf, um sich mit Jörg Schönenborn über die aktuelle Hochrechnung zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zu unterhalten. Aufbau im Studio: Eine Kamera steht links vom Moderator und auch links vom großen Bildschirm, auf dem die Zahlen zu sehen sind (also links an der Seite), eine andere schaut direkt von vorne auf den Bildschirm und Jörg Schönenborn. Am Anfang der Schalte ist standardmäßig die linke Kamera aktiviert, der Bildschirm nicht zu sehen. Dann wird normalerweise umgeschaltet auf die Kamera vorne, damit man die Zahlen mitlesen kann. Diesmal wird aber erstmal nicht umgeschaltet, warum auch immer. Man sieht Jörg Schönenborn, jedoch nicht die Zahlen.

Wer die Sendung in der Nacht auf tagesschau.de schaut, sieht von dieser kleinen Panne nichts. Sie wurde ausgetauscht. Und diesmal finde ich das völlig in Ordnung, dass man das so korrigiert. Schließlich will man die Zahlen auch mitlesen können. Aber: Als ich den Text unterhalb des Videos gelesen hab, dachte ich zunächst: Na, das ist mal super ehrlich! Die schreiben das exakt so auf, wie es korrigiert wurde! Aber: Ich wusste erstmal nichts von der Panne. So las ich den Hinweis auf einen Bildfehler und, dass es wohl mit der Bildqualität zu tun haben könnte. Zitat:

“Der Bericht erreichte uns nach der Sendung in besserer Qualität und wurde ausgetauscht.”

Quelle: http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tt-5233.html

Für mich klingt das in etwa nach folgendem Szenario: Bei der Übertragung von Düsseldorf (Wahlstudio) nach Hamburg (“Tagesthemen”-Studio) gab´s Störungen, daher wurde das Original-Material aus Düsseldorf nach der Sendung nach Hamburg geschickt und dort ins Video eingefügt. So war es aber nicht! Die komplette erste Schalte wurde nochmal neu gemacht, das hört man an den teilweise abweichenden Formulierungen von Schönenborn und Zamperoni.

Nun finde ich es in diesem Fall völlig legitim, das nochmal aufzuzeichnen, damit man die Zahlen auch lesen kann. Aber dann erwarte ich auch, dass der Hinweis unter dem Video das auch so erklärt und nicht von einem “Bildfehler” oder “Qualität” spricht. Denn diese Formulierung deutet – für mich zumindest – auf etwas ganz anderes hin.

Schnell raus!

Anfang des Jahres, es war der Morgen des 9. Januar, verfasste ich aus Enttäuschung über die SPD einen längeren Text. Ich veröffentlichte ihn zunächst nicht. Aber mittlerweile ist die Zeit des Parteiaustritts gekommen. Hier zum besseren Verständnis zunächst der Text im Original:

Überschrift: Ist das noch meine SPD?

Nach knapp fünf Minuten Nachrichtengucken gehe ich erstmal zum Plätzchenteller und esse ein paar der übrig gebliebenen Lebkuchen. Irgendwie scheint die Partei, der ich vor 40 Monaten beigetreten war, nicht so zu sein wie ich mir sie vorgestellt habe. Und am Sonntagabend ein Statement von einem unserer Minister, das ich so nicht erwartet hätte, einfach aufgrund seines, aufgrund unseres gemeinsamen Parteibuches, dem Parteibuch der SPD.

Ja, aktuell bin ich noch Mitglied bei den Sozialdemokraten. Bei der letzten Kommunalwahl trat ich sogar (erfolglos) für den Ortsgemeinderat an. Aber ich glaube ich sollte aus der Partei austreten. Beigetreten bin ich aufgrund eines Versprechens: Im Wahlkampf 2013 wurde immer wieder für eine „Frauenquote“ geworben. Für mich hörte sich das nach einer einseitigen Mindestquote für Frauen an. Ich schrieb der Jugendorganisation der SPD (Jusos) auf Twitter, dass ich beitreten würde, wenn sich die SPD für eine Quote für beide Geschlechter einsetzen würde. Gleichberechtigung war für mich schon damals gleichbedeutend mit Gleichstellung anstelle einseitiger Förderung eines Geschlechts. Jetzt lebe ich seit ungefähr einem Jahr als Transfrau und habe meine Meinung dazu nicht geändert. Die Jusos machten mich auf Twitter darauf aufmerksam, dass im Programm der SPD eine „Geschlechterquote“ stünde. Ja, das stimmt. Und weil man Versprechen einhält, trat ich bei. Das war natürlich nicht der alleinige Grund: Die Forderung nach dem Mindestlohn und andere arbeitspolitische Forderungen aus dem Programm lasen sich auch ganz gut. Und dann gab´s ja noch die Schulbesuche der Wahlkreisabgeordneten aus Bundestag und Landtag. Die sind nämlich Sozialdemokraten und haben mich durch ihre Besuche auch überzeugt, mich für die Partei einzusetzen. Und ein wenig Hoffnung hatte ich auch, dass es nach acht Jahren CDU-Kanzlerschaft einen Machtwechsel an der Regierungsspitze geben könnte.

Die Ergebnisse sind bekannt: Die Geschlechterquote kam (und eben keine reine Frauenquote), der Mindestlohn auch, Kanzlerin bliebt aber Frau Merkel. Innenministerium ging an die Union, Justizministerium an die SPD. Und so ging ich fest davon aus, dass sich fortsetzt, was man in der Wahlperiode bis 2013 beobachten konnte. Denn nicht alles, was aus dem Innenministerium kam, wurde auch Gesetz. Das Innenministerium war auch unter Schwarz-Gelb in Unionshand, Ministerin für Justiz war Frau Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Ich ging davon aus, dass sich ein sozialdemokratischer Minister ebenso für Freiheit und Datenschutz einsetzen würde. Ja, vielleicht sogar besser. Und dann kam die Vorratsdatenspeicherung. Ich glaube: eine FDP-Ministerin hätte sie nicht beschlossen. Hat die neue Regelung zum Datensammeln bereits große Erfolge gehabt? Nein. Haben Kritiker der Vorratsdatenspeicherung bereits vorher kritisiert, dass sie kaum etwas bringen würde. Das Gesetz kam dennoch, aktuell laufen Klagen gegen das neue Gesetz.

Im vergangenen Oktober wieder ein neues Gesetz, diesmal unter anderem unterstützt durch das Frauenministerium (SPD): StGB §184i. Darin geregelt wird die Strafbarkeit der sexuellen Belästigung. Manche mögen es erstaunlich finden, dass das erst seit vergangenem November strafbar ist und nicht schon seit Anfang des Strafgesetzbuches im Jahr 1871. Einige Nachteile dieses Gesetzes hat bereits Bundesrichter Thomas Fischer in seiner Kolumne auf „ZEIT-ONLINE“ aufgezeigt, aber allgemein gab´s bei diesem Gesetz weniger Kritik und Klagen laufen meines Wissens gegen das Gesetz auch nicht. Aber ich frage mich: Sind da alle Geschlechter gleichgestellt? Ein Gedankenexperiment: Stellen wir uns vor, dass in einer TV-Show ein Mann einer Frau an den Po fasst. Unabhängig davon, ob das die Frau in diesem konkreten Fall in Ordnung fände oder nicht, würden doch einige Zuschauer dies nicht in Ordnung finden. Tauschen wir die Geschlechter, schon sind wohl weniger Zuschauer dagegen, richtig? Und zu anderen Körperteilen: Wird das Fassen an eine männliche Brust durch das neue Gesetz genauso bestraft wie das Fassen an eine weibliche Brust? Was gilt überhaupt als weibliche Brust? Vor einem Jahr habe ich mich als Transfrau geoutet. Angenommen jemand würde mir an die Brüste fassen und es käme zu einem Gerichtsverfahren. Könnte es dann soweit kommen, dass trotz erwiesenem Anfassens der Täter freigesprochen wird, mit dem Argument, es könnte keinen sexuellen Bezug haben, da dies nur bei weiblichen Brüsten der Fall sei und meine Brüste als männlich gelten, aufgrund eines alten Eintrages in meiner Geburtsurkunde?

Ich weiß: Das Familienministerium berät auch über Rechte von Transsexuellen. Aber ich habe das Gefühl, dass das schneller gehen müsste, neue Gesetze für Transsexuelle zu erlassen! Das neue Grabsch-Gesetz war in weniger als einem Jahr fertig: Zum Jahreswechsel Grabscher in Köln, im November Grabsch-Verbot im Bundesgesetzblatt. Ich erwarte, dass ich einen formlosen Antrag auf Geschlechts- und Vornamensänderung stellen kann und dem schnell stattgegeben wird! Wenn Ämter armen Menschen schnell Leistungen kürzen können, dann können die auch ebenso schnell einen neuen Buchstaben fürs Geschlecht und einen neuen Vornamen in ihr System eintippen! So schwer ist das doch nicht! Und das Gesetz wäre auch schnell geändert. Mein Vorschlag: „§1 Jeder Mensch darf in seinem Leben einmal, in gut begründeten Fällen auch zweimal sein Geschlecht und seine oder seinen Vornamen ändern lassen. Neue Ausweispapiere werden schnellstmöglich gegen die übliche Gebühr ausgestellt.“ Wo ist das Problem? Wenn alle gleichgestellt sind, dann sollte das doch keinen Unterschied für den Staat machen, welches Geschlecht jemand hat! Und eine solche Lösung wäre fair: Keine Gutachten und keine langjährigen Wartezeiten bei Erständerung (was bei den meisten auch die einzige ist, kaum jemand wechselt zweimal das Geschlecht).

Warum kommt so ein Gesetz nicht? So schwer ist das doch nicht, für diese kleine Änderung muss man doch nicht lange überlegen! Aber hat der Staat daran ein Interesse? Aktuell gilt ja auch noch die Wehrpflicht. Sie ist derzeit ausgesetzt, aber falls mal wieder jemand auf die Idee käme die erneut einzusetzen, könnten Leute, die eingezogen werden, dank eines solchen Gesetzes einfach das Geschlecht ändern und müssten nix tun, weder Wehr- noch Zivildienst. Und vor allem: Dürfte ich bei der Bundeswehr lange Haare tragen? Als Frau unter bestimmten Voraussetzungen ja, aber als Frau, die bei den Behörden (wie ich finde: fälschlicherweise) als Mann eingetragen ist? Aktuell wären meine Haare – je nachdem, welches Geschlecht in meinem Reisepass steht – entweder zu lang oder nicht zu lang. Es wird mit zweierlei Maß gemessen. Ich finde so eine Regelung völlig absurd. Aber der aktuelle Haarerlass ist nicht die Schuld der SPD.

Erstaunt hat mich aber am Sonntagabend [Anmerkung: 8. Januar] das, was Heiko Maas in der „tagesschau“ sagte. Er ist dafür, dass auch Gefährder, die noch nicht verurteilt sind, eine elektronische Fußfessel tragen sollen und nennt als Anlass, dass sich „ein Fall Amri […] sich so in Deutschland nicht wiederholen“ dürfe. Was er genau damit meint, ist mir nicht ganz klar. Dass jemand mit Fußfessel nicht unbeobachtet durch verschiedene Länder reisen kann, das ist wahr. Aber dass jemand mit einem LKW in eine Menschenmenge fährt, das wird eine elektronische Überwachung wohl kaum verhindern. Und was heißt das für den Rechtsstaat? Wenn jemand ohne Verurteilung eine Fußfessel trägt und diese entfernt, was dann? Darf man so jemanden dann einsperren? Wenn ja, warum? Präventivhaft ist mit unserem Rechtssystem nicht vereinbar denke ich. Dann wohl eher wegen Sachbeschädigung, weil die Fußfessel beim Entfernen kaputtgeht. Aber welcher Ersttäter muss wegen Sachbeschädigung gleich ins Gefängnis? Und wenn die Person beim Entfernen nicht die Absicht hat die Fessel zu zerstören, sondern nur abzustreifen und sie dabei kaputtgeht? Fahrlässige Sachbeschädigung ist meines Wissens nicht strafbar. Und ein neuer Straftatbestand „Entfernen einer elektronischen Überwachungseinrichtung vom Fußgelenk“? Dann werden Leute eingesperrt die zu nichts Anderem verurteilt wurden, als einen Klotz am Bein entfernt zu haben.

Also wieder mal ein Gesetz, das nicht mehr Sicherheit schafft, höchstens mehr Sicherheitsgefühl. Populisten wird gerne vorgeworfen, sie würden auf Gefühle hören. Mein Gefühl: Das machen mittlerweile nicht nur Populisten, sondern Politiker aus allen Parteien. Kaum nachweisbaren Nutzen eines Gesetzes, aber es wird mal gemacht. Ganz ähnlich ist es mit der Forderung nach mehr Polizei. Mittlerweile hört man regelmäßig aus jeder größeren Partei Stimmen, die nach mehr Polizeibeamten rufen. Aber würden mehr Polizeibeamte wirklich mehr Sicherheit bedeuten? Am 15. April 2015 sendete der NDR im Medienmagazin „ZAPP“ einen Beitrag, in dem darüber berichtet wurde, dass sich manche Medien gerne auf Polizeigewerkschaften berufen würden, wenn sie sagen, es sei mehr Polizei nötig. Der NDR zeigte damals auf seiner Internetseite eine Statistik mit Zahlen des statistischen Bundesamtes. Verglichen wurde die Anzahl der Polizisten pro Einwohner und die Quote der aufgeklärten Straftaten. Einen klaren Zusammenhang „mehr Polizei = mehr Aufklärung“ war nicht unbedingt zu erkennen. Braucht man also die ganzen Regelungen, die nicht unbedingt mehr Sicherheit, sondern ein höheres Gefühl von Sicherheit geben? Eher nicht, wenn man sich die Umfrageergebnisse anschaut, die in den „tagesthemen“ am vergangenen Sonntag [Anmerkung: Sendung vom 8. Januar 2017] veröffentlicht wurden. Laut der dort gezeigten Umfrage des Institutes „infratest dimap“ fühlen sich die meisten Befragten in Deutschland sicher.

In der SPD sind es mir mittlerweile zu viele, die nach Gesetzesverschärfungen und mehr Polizei rufen. Wenn mir etwas Angst macht, dann nicht, dass wir zu lasche Gesetze hätten und auch keine Überschrift „Angst“ in der BILD-Zeitung, sondern eher, wenn mir Leute suggerieren, man müsse Angst haben, indem sie Vorschläge machen für viele neue Gesetze, mehr Polizei und mehr Überwachung. Und von der SPD erwarte ich nicht, dass sie bei Unionsvorschlägen sagt: „Ja super, machen wir.“ Vielmehr sollte sie sagen: „Seien wir ehrlich: Statistiken sagen, dass das nix bringt, also sagen wir das den Bürgern und überlegen uns was Neues.“ Denn auch ohne Gesetzesänderung könnte man viel erreichen, wie man bereits zum Jahresende gesehen hat: Mehr Polizisten beschäftigen? Nein, einfach mehr auf Streife schicken. An Silvester ist das doch auch möglich. Mehr Überwachung? Hätte den Weihnachtsmarkt in Berlin nicht geschützt. Geschützt hätten ihn Betonklötze an den Eingängen. Und genau das wurde danach auch an vielen Orten gemacht. Dafür braucht man keine neuen Gesetze. Man muss nur Betonklötze so aufstellen, dass man mit einem Rollstuhl weiterkommt, aber nicht mit einem LKW. Und was noch hilft: Präventionsmaßnahmen. Sagt übrigens auch SPD-Parteichef Sigmar Gabriel im gleichen „tagesschau“-Beitrag vom vergangenen Sonntagabend, kurz nachdem man das Statement von Heiko Maas hört. Und das ist doch das wichtigste: Prävention. Und zwar mit rechtsstaatlichen Mitteln. Am besten doch durch Inklusion in die Gesellschaft. Auch dafür brauchen wir keine neuen Gesetze, sondern einfach freundlichere Menschen. Ich glaube, ich überlege mir das mit dem Parteiaustritt nochmal. Und das, obwohl ich vorhin aus Ärger um die Pläne von Herrn Maas Lebkuchen in Höhe eines monatlichen Mitgliedsbeitrags verputzt habe.

Soweit der Text vom Jahresanfang. Mittlerweile muss ich ein paar Dinge aktualisieren:

  1. Das Verbrauchermagazin „Umschau“ des MDR hat in ihrer Ausgabe vom 11. April festgestellt, dass diese mobilen Betonklötze wenig bis gar nichts verhindern können. Helfen können stattdessen fest verbaute Poller. Aber wo ist das Problem diese zu verbauen, um Menschen zu schützen?
  2. Fußfessel wurde vor kurzem auch vom Bundesrat beschlossen. In diesem Fall würde ich sagen: Die Unschuldsvermutung und damit auch der Rechtsstaat haben verloren.
  3. Es scheint leichter zu sein, dass nach deutschem Recht ein deutscher Soldat eine Anerkennung als syrischer Flüchtling bekommt als dass eine Transfrau rechtlich als Frau anerkannt wird. In der Diskussion um diesen Fall wird auch wieder von manchen der Wegfall der Wehrpflicht bedauert. Diese hat aber mit Gleichberechtigung in der jetzigen Form auch nichts zu tun.

Und ganz neu: Härteres Strafmaß für Einbrecher. Natürlich auch unterstützt von der SPD. Das ist die Legislaturperiode der Gesetzesverschärfungen. Ich suche mir eine Partei, die verspricht, dass sie kein einziges Gesetz verschärfen will. Am liebsten wäre mir, man könnte das komplette Recht von Herbst 2013 wiederherstellen. Auch im Herbst 2013 war Deutschland ein Rechtsstaat und die wichtigsten Delikte wurden auch damals schon bestraft! Von höheren Strafen halte ich nichts. Nochmal: Auch vor den Strafmaßerhöhungen war Deutschland ein Rechtsstaat! Wenn es etwas zu reformieren gibt, dann bitte liberal, friedlich und sozial! Das heißt:

  1. Streichung der Wehrpflicht aus dem Grundgesetz (das wäre auch Gleichberechtigung).
  2. Neues, vereinfachtes Transsexuellenrecht (hilft nicht nur mir, sondern tausenden anderen).
  3. Mehr Sozialarbeiter(innen) statt mehr Polizisten! Wir müssen verhindern, dass Menschen Täter(innen) werden, nicht hinterher härter bestrafen! Aber welche Partei fordert heutzutage nicht „mehr Polizei“?
    3. a) Zusatzreformvorschlag, und vielleicht einer der wichtigsten: Ja, das klingt sehr links aber ist vernünftig: Ich fordere bundesweit unabhängige Stellen, die bei Straftaten nach §113 StGB (Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte) und §340 StGB (Körperverletzung im Amt) ermitteln! Denn: Zeigen Menschen Polizeibeamte an, weil sie (nach eigener Aussage) Opfer von Polizeiwillkür wurden (§340), bekommen viele eine Gegenanzeige, weil sie (so die angezeigten Polizisten) Widerstand geleistet hätten (§113). Das sagen auch ausgebildete Juristen! Kann man beispielsweise gut in einem aktuellen Interview nachlesen, das netzpolitik.org mit Prof. Tobias Singelnstein geführt hat! [Adresse: https://netzpolitik.org/2017/angriffe-auf-polizisten-kein-rechtlicher-bedarf-fuer-eine-strafverschaerfung/] Da kann man auch lesen, welche Nachteile die Neuregelung haben kann, nach der Angriffe auf Polizisten härter bestraft werden sollen. Daher: Eine unabhängige Ermittlungsstelle bei rechtswidriger Polizeigewalt. Übrigens: Menschenrechtsorganisationen empfehlen bereits heute, dass man – wurde man Opfer von Polizeigewalt – diese nicht bei der Polizei, sondern bei der Staatsanwaltschaft anzeigen sollte.
  4. Recht auf Wohnen! Es gibt viel zu viele Menschen, die keine eigene Wohnung haben und daher entweder in Sammelunterkünften oder draußen, obwohl sie lieber mit Privatsphäre in einer eigenen Wohnung leben wollen. Mehr sozialer Wohnungsbau! Eine wirksame Mietpreisbremse! Das heißt: Sie gilt in jeder Stadt, Mieterhöhungen sind nur alle fünf Jahre um exakt die durchschnittliche Lohnsteigerung erlaubt und der Preis darf nur zehn Prozent über der durchschnittlichen Miete aller Wohnungen der gleichen Stadt liegen!

So, das sind nur vier Punkte, mir fallen sicherlich mehr Reformideen ein. Aber ich will hier kein ganzes Wunschprogramm aufschreiben, nur ein paar der aktuell (für mich) wichtigsten Punkte. Und eigentlich waren das mal vier Punkte, von denen ich dachte, dass das die SPD verwirklichen könnte. Scheinbar nicht. Schade. Geht das Parteibuch wieder zurück. Den Mitgliedsbeitrag kann ich woanders besser investieren. Nächste Woche trete ich aus der SPD aus.

Probleme mit Bezahlkarten? Gut so!

Zum Saisonfinale kann in einigen Fußballstadien nicht mit den gewohnten Bezahlkarten bezahlt werden (berichtet beispielsweise der SWR). Das finde ich gut! “Ja, spinnt die jetzt?”, werden sich vielleicht viele Fußbalfans fragen, die jetzt nicht an ihr Geld kommen. Und natürlich haben solche Karten einen Vorteil: Bezahlen geht schnell. Niemand muss nach Kleingeld suchen. Aber: Manche Bezahlkarten bringen auch Nachteile mit sich. Darüber berichtete bereits im vergangenen Jahr der ARD-Hörfunk. Und meine eigene Erfahrung war auch enttäuschend. Hier mein persönlicher Erfahrungsbericht:

April 2014. In Kaiserslautern steht kommenden Sonntag, Ostersonntag, das Fußballspiel gegen den FSV Frankfurt an. Ich war zuvor noch nie im Stadion und dachte, dass ein Ostertag ein guter Anlass sein kann, sich mal live ein Spiel anzusehen. Einige Tage zuvor kaufte ich also eine Karte im Fanshop. Sonntags war Zeit für den Weg ins Stadion. Und überall war ich umgeben von Fußballfans. Im Zug saßen neben FCK-Fans auch Schalke-Fans, die auf dem Weg nach Stuttgart waren. Bereits vom Bahnsteig aus kann man das Stadion erkennen: Auf der einen Seite das Bahnhofsgebäude, auf der anderen auf dem Betzenberg gelegen das Stadion.

Wer das Stadion erreicht hat, hat in der Regel selbst schon Sport gemacht, denn der Weg hoch auf den Betzenberg ist doch sehr steil. Rund ums Stadion verteilen sich die Eingänge, an diesem Tag und ungefähr eine halbe Stunde vor Spielbeginn mit nur kleinen Schlangen. Drinnen angekommen wird mir auch klar, warum viele bereits auf halbem Weg ins Stadion Dosenbier tranken: Die Preise an den Verkaufsständen waren nicht gerade gering, besonders für eine Studentin wie mich. Dennoch konnte ich mich überwinden und bestellte eine Kleinigkeit. Doch beim Bezahlen wurde mein Geld nicht akzeptiert. Erst am Verkaufsstand erfuhr ich, dass ich vorm Kauf eine Bezahlkarte erwerben muss. Woher ich das hätte wissen können? Keine Ahnung, erzählt hat es mir niemand, nicht beim Ticketkauf, nicht am Eingang. So ging ich also zu einem der mobilen Verkäufer und ich hätte theoretisch auch genug Geld dabei gehabt,, um Pfand und Mindestaufladebetrag bezahlen zu können. ich hatte jedoch fast nur Münzen und einen Fünfer-Schein dabei. Meine Münzen nahm er nicht an. Also was machte ich? Suchte mir meinen Sitzplatz und hörte mir das Vorprogramm und die Werbung an. Immerhin: Eins der im Spiel gefallenen Tore (alle fünf fielen in der ersten Halbzeit), wurde später bei der Sportschau “Tor des Monats”.

Also: Gut, dass unerfahrene Gelegenheits-Stadionbesucher wieder die Chance haben sich einfach Essen zu kaufen! Klar, an der Uni gibt´s so ein Bezahlkartensystem auch, aber darüber wurde ich vom ersten Tag an informiert und einen großen Teil des Angebots der Mensa bekommt man auch ohne Karte, nur nicht die Menüs 1 und 2. Freie Auswahl am Buffet gibt´s auch gegen Bargeld.

Interview mit Crowdspondent zu ihrer Politikrecherche

Am 23. April sprach ich mit Lisa Altmeier und Steffi Fetz über ihre aktuelle Politikrecherche:

Diesmal hab ich zusätzlich ein Video angefertigt! Leider gab´s ein paar technische Probleme bei der Aufzeichnung, aber es kommt ja auf den Inhalt des Gesprächs an und der ist gut zu verstehen :-).

Hören, Glauben und Recherchieren

Mit Radio- und Fernsehsendungen kann ich normalerweise gut einschlafen. Heute Nacht hat das überhaupt nicht geklappt.

Letzten Samstag hab ich die evangelische “Morgenandacht” im Deutschlandfunk gehört. In der Mediathek, denn um 6:35 Uhr bin ich oft nicht wach. Darin ist in Ausschnitten ein Lied zu hören, das mir zwar bekannt vorgekommen ist, aber das ich nicht gut kannte. Aus dem einfachen Grund: Ich höre eher selten diese Chartsdudler mit enger Musikrotation. Das Lied: “Wenn sie tanzt” von Max Giesinger. Aufgrund der langen Zitate des Songs hab ich gedacht: Interessant, so viel Popmusik morgens im DLF. Ich weiß sogar noch: ich setzte mich in diesem Moment aufs Sofa. Lied vorbei, umschalten.

Ich hatte gar nicht vor, mich an diesen Moment so genau zu erinnern, aber es ist dann doch passiert: Montag wurde es wieder mal Zeit für den Podcast des Medienmagazins von radioeins. Gleich zu Beginn Zitate von Böhmermann und Campino. Ehrlich gesagt, ich mag weder die Sendung von Jan Böhmermann noch die Musik von Sänger Campino. Aber in einem Punkt muss ich diesmal Campino Recht geben: Natürlich kann sich Musik sozial einsetzen. Der zitierten Beleidigung kann und will ich auf keinen Fall zustimmen. Um die Kritik von Jan Böhmermann zu verstehen, musste ich mir erstmal die 22 Minuten zum Thema Musik aus seiner Sendung vom 6. April anschauen. Gleich vorweg: Bei der Sache mit der Schleichwerbung gebe ich Jan Böhmermann völlig Recht. Schleichwerbung sollte nicht in Musikvideos vorkommen! Aber er kritisiert noch mehr: deutsche Popmusik am Beispiel der Musik von Max Giesinger. So zitiert er die Titel “80 Millionen” und “Wenn sie tanzt” – also damit auch den Titel, der einige Tage später in der “Morgenandacht” im DLF zu hören sein würde. Böhmermann kritisiert, dass die deutsche Popmusik keine politischen Standpunkte beziehen würde. Ich finde: Muss das Musik denn? Erlaubt die Kunstfreiheit nicht viel mehr, dass man sich aussuchen kann, ob man nur beschreibt oder kritisiert?

Von Journalismus wünschen sich viele Neutralität, warum sollte dann ein Lied nicht einfach beschreiben dürfen? Im Lied “Wenn sie tanzt” werden Schwierigkeiten einer alleinerziehenden Mutter erzählt. Muss in so einem Song unbedingt erklärt werden, wie genau man Alleinerziehenden helfen kann? Ich finde: Nein! Ein Lied ist keine Ratgebersendung! Und das Tanzen ist natürlich keine Lösung, die das Leben für Alleinerziehende leichter macht. Aber der Frau im Song bringt das Tanzen eine Pause vom Alltag. So verstehe ich das Lied. Im Video sieht man zusätzlich, von was sie träumt: Von schönen Landschaften und einem Abend mit Freundinnen. So sieht man sie beispielsweise in Berlin am Märchenbrunnen und an der Straßenbahnhaltestelle “Am Friedrichshain” (Ja, das hab ich extra recherchiert!).

Reicht ein solches Video, um sich zum Thema selbst eine Meinung zu bilden? Kann es Gefühle auslösen? Ja sicher! Dafür empfehle ich einfach mal die “Morgenandacht” nachzuhören! Da erzählt die Pfarrerin, was das Musikvideo bei ihr und einem Mädchen auslöst.

Böhmermann hat dann noch eine Parodie zu Giesingers Musik aufgenommen mit dem Titel “Menschen Leben Tanzen Welt”. Da hat er ganz richtig erkannt, welche Themen oft in Musik vorkommen. Und Parodien mag ich eigentlich. Beispielsweise “How to write a love song” der australischen Gruppe “Axis of Awesome”. Aber diese Parodie geht etwas zu weit finde ich: Von Affen ausgewählte Zitate zusammengesetzt zu einem Songtext. Ein Text mit wenig Zusammenhang. Das ist bei Giesinger überhaupt nicht der Fall. besonders im Tanz-Song wird eine Geschichte erzählt, keine Sprüche aneinandergereiht! Böhmermann bemängelt, dass die Lieder nicht politisch seien. Warum macht er dann kein Positivbeispiel? Ich hab vier Songs aus den aktuellen Charts – also 4 aus 99 – ausgewählt. 99, da ich das Lied von Jan Böhmermann ja nicht mit sich selbst vergleichen kann. Alle vier Songs hatten eine einfache Melodie. Aber keines hat einen annähernd so zusammensetzten Text wie der Song von Böhmermann. Sie alle erzählen eine Geschichte.

Ich finde, es war auch ein Fehler, dass das Lied bei Jörg Wagner im Medienmagazin von radioeins zu hören war. Hat Jan Böhmermann nicht schon genug Aufmerksamkeit? Und wenn er den Musikpreis “Echo” so sehr kritisiert: Warum will er dann, dass die Affen, die den Text für seinen Song auswählten, einen Preis bekommen?

Und jetzt etwas ganz, ganz persönliches: Normalerweise kritisiere ich selbst ständig: Mal die Medien, mal, wenn Leute Nachrichten nur von facebook statt aus gedruckten Zeitungen oder von Privatsendern statt von der tagesschau beziehen. Ich rede Unterhaltungssendungen schlecht und sage anderen: Warum guckt ihr so einen Blödsinn? Aber: Ich lasse mir keine Musik schlechtreden, die schön klingt! So viel Schönes muss sein! Das Lied ist schön, das Video ist schön. Es sorgt für Gefühle und Gespräche. Es zeigt ein Thema, ohne eine Meinung strikt vorzugeben. Es lädt zum Nachdenken ein. Daher: Danke an Max Giesinger und alle, die an dem Musikvideo mitgewirkt haben! Danke an Pastorin Claudia Aue für diese gute Morgenandacht! ich werde weiterhin regelmäßig die Sendungen der evangelischen Kirche im Radio hören und weiterhin regelmäßig die Sendungen von Jan Böhmermann nicht schauen. Für das Lied “Wenn sie tanzt” hab ich mittlerweile 1,29 Euro ausgegeben. Jetzt kann ich es mir immer wieder anhören. Immerhin 21 Cent davon gehen an den Staat. Hoffentlich wird der Betrag gut investiert. Steuern zahlt man für das Lied von Jan Böhmermann auch, aber ich finde: das von Max Giesinger ist viel schöner.

Dank Jörg Wagner und Jan Böhmermann bin ich jetzt Fan eines Songs von Max Giesinger und einer Morgenandacht von Claudia Aue. Ob das so gewollt war?

 

Quellen:

vevo.com: Musikvideo “Wenn sie tanzt” von Max Giesinger

zdf.de: Böhmermanns Kritik an der Musikindustrie

evangelisch.de: Morgenandacht von Claudia Aue

radioeins.de: Medienmagazin mit Jörg Wagner

Unfassbar alt – unfassbar aktuell?

Uralter Stuhl tötet Besitzer! Milchkanne rettet Leben des Besitzers! Schlagzeilen völlig ausgedachter Fake-News? Wirklich gelogen oder kann so etwas wirklich passieren? Gestern Abend saß ich vorm Bildschirm und hatte die “tagesthemen” eingeschaltet. Aber ehrlich gesagt hatte ich in diesem Moment keine Lust auf Nachrichten und wollte Unterhaltung. Nach etwas Stöbern in der Mediathek der RTL-Gruppe fand ich die Sendung “X-Factor – Das Unfassbare” wieder. Erst nach Starten des Videos fiel mir auf, dass die Sendung doch ziemlich aktuell ist.

“Das Unfassbare” ist keine Nachrichtensendung, bei der jede Geschichte auf nachprüfbaren Fakten basiert. Stattdessen werden Kurzfilme gezeigt, die mal komplett erfunden sind, mal auf wahren Tatsachen aufgebaut sein sollen. So jedenfalls die Behauptung in der Sendung. Was nun wahr und was gelogen sein soll, erfährt man erst am Ende der Sendung.

So schaue ich also die beiden aktuell verfügbaren Sendungen und schon kommen mir die Geschichten bekannt vor. Ob wahr oder gelogen kann ich nicht sagen, aber die Handlung kenne ich noch.  Denn diese Sendung hab ich schon als Schülerin geschaut, immer am frühen Samstagmorgen. Meist sah mein Samstagmorgen exakt so aus: “Das Unfassbare” einschalten, Frühstücken und mich über die Klingeltonwerbung ärgern. Selbst an mein Frühstück kann ich mich noch erinnern: Es bestand meist aus einem kleinen Pizzastück und einer “Mexikostange” aus der Bäckerei und einem Mettbrötchen. Lecker. Mir fiel auch nie etwas aus dem Mund, trotz der gruseligen Geschichten. Meist half mir bei Grusel aus dem Fenster zu schauen, zur Sendezeit am Samstagmorgen war es meist schon schön hell. Der Ausstrahlungstermin am Sonntagnachmittag kam aufgrund der “Formel-1”-Rennen nicht infrage. Heute Nacht gab´s natürlich kein Sonnenlicht, aber die meisten Geschichten endeten glücklich. Auch das Frühstück fehlte so kurzfristig, also aß ich einfach ein Brötchen.

Im vergangenen Jahr war ein oft gebrauchtes Wort “postfaktisch“. Seit ein paar Wochen hört man vermehrt etwas von “Fake-News”. Ein anderes Wort, meint aber das gleiche.  Und dazu passt die Sendung: Sie lehrt nicht nur (wie in einer der beiden aktuellen Folgen zu sehen), dass man mit den Ohren vorsichtig umgehen soll, sondern auch, dass man nicht alles glauben soll, was man sieht. So ist die erzählte Story, dass ein Mann aufgrund von Lärm besser hören kann, natürlich völliger Quatsch. Wird auch so in der Sendung gesagt. Also: Prüfen ob eine Geschichte wahr ist und aus der Wahrheit Schlüsse ziehen, nicht aus dem Märchen! Gilt in der Sendung wie auch im Internet.

Erstaunlich finde ich persönlich, dass diese Sendung zum einen noch regelmäßig im Programm ist, zum anderen immer mal wieder neue Artikel über die Sendung erscheinen. Ein besonders lesenswerter Text ist dieser aus der “Kreiszeitung”, in dem Mara Schumacher auch von der Geschichte mit den “roten Augen” schreibt. Und ja, auch ich habe diese Geschichte noch im Kopf. Ob sie wirklich wahr ist? Kann ich mich auf die Quelle “X-Factor – Das Unfassbare” verlassen? Als zukünftige Journalistin muss ich sagen: Nein, ich muss eine zweite Quelle suchen. die beiden oben erwähnten Geschichten sollen laut Sendung auch wirklich passiert sein: Ein alter Stuhl brachte Menschen Unglück, die auf ihm saßen, einschließlich Napoleon. Und eine bewegliche Milchkanne eines Bauern brachte einen Mann dazu nach dem Bauern zu schauen – der gerade einen Schlaganfall hatte.

Ob ich nach diesen Geschichten nun wirklich Probleme bekomme beim Einschlafen, wie Mara Schumacher schreibt? Egal, ich gucke jetzt erstmal die “tagesthemen”. Aber ob ich nach Berichten von Hungersnot und Bürgerkrieg besser einschlafen kann?

Der unvollständige Livestream

Wenn Livestreams im Netz unterbrochen werden, dann hat das oft rechtliche Gründe. Manchmal aber auch Gründe, die einem nicht sofort einfallen.

Mittlerweile gibt es fast jeden Fernsehsender der ARD im Livestream zu sehen. Alle bis auf zwei: radiobremenTV und tagesschau24. Zu letzterem gibt es zwar einen Stream mit diesem Namen in der Mediathek, aber der Name stimmt nicht rund um die Uhr. Denn der Stream ist der gleiche, den es auch auf tagesschau.de zu sehen gibt, und der besteht in der Regel tagsüber aus den tagesschau-Sendungen auf tagesschau24, aber auch Sendungen des Ersten. So gab´s dort am vergangenen Sonntag auch den “Presseclub” zu sehen. Und die tagesthemen gibt´s im Stream auch nicht zur Sendezeit von tagesschau24, sondern live. Es sei denn natürlich, man spult zurück, was je nach Gerät auch möglich ist.

Je nachdem, auf welchem Gerät man zusieht und wie gut die Internetverbindung ist, kann man den Stream auch in HD sehen. Der Pausenfilm, der zwischen den übertragenen Sendungen läuft, ist beispielsweise in HD. Früher hab ich im Stream auch öfter Livesendungen wie die 20-Uhr-Sendung in HD sehen können. Diese Sendungen waren meist erkennbar daran, dass das Senderlogo im Stream fehlte. Schaltete ich aber in den letzten Monaten abends ein, dann sehe ich meist eine Übernahme des “Ersten” – in SD-Qualität. Hat natürlich einen Vorteil: Wird der Stream zu spät abgeschaltet, läuft einfach das Fernsehprogramm weiter. Man kann also nicht sehen, wie der Sprecher das Studio verlässt und das Licht ausgeht. Das konnte man früher öfter mal sehen, besonders im alten Studio. Tagsüber sieht man die Übertragung von tagesschau24 übrigens auch nur in SD. Das Programm gibt´s in HD, der Stream kann HD übertragen, aber zu sehen gibt´s SD-Qualität.

Und warum man nicht durchgehend tagesschau24 überträgt sondern teilweise sogar Sendungen, die man auch im “Ersten” sehen kann, das ist mir nicht wirklich klar. Seitdem es auch einen Stream des “Ersten” gibt, braucht man keine Doppelübertragung mehr. Wer also tagesschau24 rund um die Uhr sehen will, de hilft die Mediathek der ARD nicht weiter. Als ich diesen Beitrag schrieb, erzählt mir die Mediathek im Programm, es liefe die Sendung “Wir lieben Euren Müll”. Starte ich den Stream, sehe ich aber den Pausenfilm. Immerhin in HD. Was nun? Antennenfernsehen DVB-T? Hilft mir hier nicht, im Südwesten wird das Programm über Antenne nicht ausgestrahlt. Auch, als “EinsPlus” eingestellt wurde, wurde es ersetzt durch “one”. Immerhin: Wenn ich die aktuell laufende Sendung sehen will, dann kann ich die in der Regel in der Mediathek finden. Was auch daran liegt, dass tagesschau24 nachts meist Programm der Regionalsender wiederholt.

Übrigens: Nachts kommt im “tagesschau.de”-Stream noch weniger, nichtmal alle Nachrichtensendungen des “Ersten”. Kurze zweiminütige tagesschau-Ausgaben werden in der Regel in diesem Stream nicht übertragen, stattdessen heißt es, dass die nächste Sendung das “Morgenmagazin” sei. Übrigens schon seit gestern Abend. Denn heute gab´s während des “Nachtmagazins” auch den Pausenfilm zu sehen mit dem Hinweis auf´s “Morgenmagazin”. Ob vielleicht kurzzeitig dennoch das “Nachtmagazin” gezeigt wurde, kann ich nicht beurteilen, ich wollte nicht 20-Minuten lang den Pausenfilm schauen. Aber spule ich im Stream in Minutenschritten durch die Sendezeit, dann sehe ich keine Sendung.

TäglichDabars – Folge #40

Und heute wieder einen Wunsch: Bitte liebe tagesschau, bitte keine Erwähnung der App mehr in den Nachrichten! Ich weiß mittlerweile, dass es diese App gibt und dass es da viele viele zusätzliche Informationen gibt. Einen ausführlichen Test der App gibt´s hier im Blog nachzulesen. Und wenn ich wissen möchte was es dort neues gibt, dann schaue ich doch in die App und nicht die Fernsehsendung! Was machen die Leute ohne Smartphone oder Tablet? Die bekommen nun ständig einen Hinweis auf etwas, was sie nicht nutzen können! Gleiches galt ja vorher schon für Menschen ohne Computer und dem Hinweis auf den Webauftritt “tagesschau.de”, aber daran haben sich die meisten denke ich mal nach einigen Jahren gewöhnt. Ich finde, die Einblendung am Ende der Sendung sollte ausreichen, eine Erwähnung in der Sendung brauche ich nicht. Wenn man in der Sendung ein paar Sekunden Zeit hat, die App zu erwähnen, dann doch bitte im Sommer auch ein paar Sekunden Zeit dafür nehmen, Fußballergebnisse des Pokals auch von Spielen ohne Erstligabeteiligung zu erwähnen. Schließlich ist das der Pokal und nicht die Liga. Gab vor einigen Jahren sogar ein Halbfinale ohne Erstligabeteiligung.

TäglichDabars – Folge #39

Heute wieder eine Forderung: Deutlich sprechen! Das hat unzählige Vorteile für die Hörer. Erstens: Man kann auch zum Einschlafen zuhören, wenn man das Radio ganz leise stellt. Zweitens: Wer sich gerne beim Duschen informiert, kann ebenfalls zuhören, da trotz der Nebengeräusche noch alles verstanden wird. Schlecht aber, wenn dann in der gleichen Sendung die Wort-Lautstärke sich ändert. Bei Musik ist eine sich ändernde Lautstärke gewünscht, beim Wort stört sie nur, wenn man nachregeln muss (was beim Duschen schlecht geht). Drittens: Sogenanntes “Speed Listening” (schnelles Hören; mehr Infos hier) wird möglich! Ich hab´s getestet: Die Nachrichten des Deutschlandfunks verstehe ich noch bei 3,5-fachem Tempo in der Podcast-App “AntennaPod”. Es kommt aber auch auf die Software an: Dieselbe Sendung verstehe ich am PC mit dem VLC-Player bei gleichem Tempo viel schlechter.