{"id":666,"date":"2018-03-12T21:56:33","date_gmt":"2018-03-12T20:56:33","guid":{"rendered":"http:\/\/dabars.de\/blog\/?p=666"},"modified":"2018-03-12T21:56:33","modified_gmt":"2018-03-12T20:56:33","slug":"musikgedaechtnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dabars.de\/blog\/musikgedaechtnis\/","title":{"rendered":"Musikged\u00e4chtnis"},"content":{"rendered":"<p><strong>In einer neuen Kolumne im Dabarsblog schauen wir auf die Medien, die zwar die meisten von uns kennen, aber die in Medienmagazinen meist nicht behandelt werden. In der ersten Folge blicken wir auf ein sehr pers\u00f6nliches Medium: Das Tagebuch.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ach, war das ein sch\u00f6nes Abendessen in Weimar damals &#8230; Ja, wann damals? Schreiben Sie ein Tagebuch? Falls ja, und seien es nur wenige W\u00f6rter: Gl\u00fcck gehabt! Sie haben praktisch ein zweites Ged\u00e4chtnis, vorausgesetzt, Sie haben kein Tagebuch verloren. Ich hingegen hab weitestgehend Pech: Hatte schon in sehr jungen Jahren kein Interesse daran und sah auch lange keinen Sinn darin eines zu schreiben. Schade, denn schon wenige Notizen h\u00e4tten ausgereicht, um sich an ein Ereignis zu erinnern.<br \/>\nSo kann ich beispielsweise in Richtung Haust\u00fcre gucken, und erinnere mich daran, dass ich bei Glatteis vor der Haust\u00fcre mit dem R\u00fccken auf die Kante einer Stufe fiel. Gott sei Dank ohne jegliche Verletzung! Nur die Atemluft war auf einen Schlag aus der Lunge raus. Kam aber wieder. Gott sei Dank! Aber wann war das? Gute Frage! K\u00f6nnte nicht einmal den Winter benennen. Mit einem Tagebuch h\u00e4tte ich nun das Datum. So werde ich das genaue Datum nicht herausfinden k\u00f6nnen. Es war aber an einem Schultag vor der Oberstufe, weil ich in der Oberstufe t\u00e4glich anwesend war. Also: Sp\u00e4testens Anfang 2010. Wei\u00df der Kuckuck wann genau. Immerhin erinnere ich mich an das Ereignis \u00fcberhaupt noch. An andere, viel sch\u00f6nere Erlebnisse w\u00fcrde ich vielleicht gar nicht mehr denken, so ohne Tagebuch, h\u00e4tte ich nicht eine andere Ged\u00e4chtnisst\u00fctze. Und manchmal l\u00e4sst sich sogar das Datum recherchieren.<br \/>\nNicht so beim Sturz: So gab es in den Jahren bis 2010 so oft Glatteis, dass selbst eine Recherche ein einem Wetterarchiv nicht wirklich weiterhelfen w\u00fcrde. Manche Ereignisse lassen sich aber nachvollziehen und immer wieder in Erinnerung rufen, n\u00e4mlich mithilfe eines Liedes! So verbinde ich mit dem Lied &#8222;A night like this&#8220; von Caro Emerald eine Klassenfahrt nach Weimar! Warum? Ganz einfach: Ich hatte damals einen Ohrwurm von diesem Lied! Nur: Wie finde ich heraus, wann die Klassenfahrt stattfand? Ich k\u00f6nnte nur noch das Schuljahr benennen: 2010\/11. Meine Begeisterung f\u00fcrs Radio hilft mir aber: Ich erinnere mich, w\u00e4hrend der Reise im Radio auf MDR Info etwas \u00fcber den Prozess gegen J\u00f6rg Kachelmann geh\u00f6rt zu haben. Au\u00dferdem erinnere ich mich noch, dass Atomkraft ein Thema war. Und so finde ich schnell raus: Ich war am 31. Mai 2011 auf Klassenfahrt und im Radio h\u00f6rte ich vom Freispruch f\u00fcr J\u00f6rg Kachelmann. Ich wei\u00df auch noch, dass ich tags zuvor in einem guten Restaurant essen ging. Dieses Restaurant wiederzufinden dauerte l\u00e4nger, da unsere Abizeitung die Lokalit\u00e4t zwar erw\u00e4hnt, aber nicht ihren Namen.<br \/>\nEin Tagebuch macht Erinnerungen, leichter. Besonders, wenn man ein Ereignis zeitlich einordnen will. Da irrt man leicht: So h\u00e4tte ich spontan gesagt, die Fahrt w\u00e4re bereits im Herbst 2010 gewesen und nicht im Fr\u00fchjahr 2011. Und so manch einzelnes Ereignis der Fahrt f\u00e4llt mir auch jetzt erst zuf\u00e4llig beim Schreiben dieses Textes ein.<br \/>\nHab \u00fcbrigens noch mehr Songs als Tagebuchersatz: So erinnert mich zum Beispiel &#8222;Rumour has it&#8220; von Adele an eine andere Klassenfahrt &#8211; nach Italien. Warum? Weil es damals sehr oft im italienischen Radio lief, w\u00e4hrend es in Deutschland l\u00e4ngst aus der Hot-Rotation raus war. Oder &#8222;Umbrella&#8220; von Rihanna. Ja, <a href=\"https:\/\/dabars.de\/blog\/?s=Rihanna\">schon wieder Rihanna<\/a>. Aber damals war das Lied passend: Wir hatten auf dem Schulsportplatz ein Fu\u00dfballturnier und aus einem Lautsprecher lief Musik. Als es regnete lief &#8222;Umbrella&#8220; (&#8222;Regenschirm&#8220;). Wer h\u00e4tte das gedacht? Bei dieser Gelegenheit m\u00f6chte ich anmerken, dass es \u00f6fter vorkam, dass bei uns die Bundesjugendspiele aufgrund aufgrund starken Regens abgebrochen und an einem anderen Tag fortgef\u00fchrt werden mussten. Wenn Starkregen, dann w\u00e4hrend der Bundesjugendspiele. Auch wieder einer dieser seltsamen Zuf\u00e4lle.<\/p>\n<p>So hab ich immerhin einen kleinen Tagebuchersatz. Mich aktiv erinnern muss ich aber noch selbst. Und wer wei\u00df wie viel ich in drei\u00dfig Jahren vergessen haben werde, aber hier noch nachlesen kann, auch dann, wenn mir die Songs aus meiner Playliste nix mehr sagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>In Folge 2 schauen wir wieder in ein sehr pers\u00f6nliches Medium und besuchen dabei die Halle des Bergk\u00f6nigs. Im Keller eines Geb\u00e4udes. Und wir regen uns \u00fcber einen Politiker auf. Bis dann!<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer neuen Kolumne im Dabarsblog schauen wir auf die Medien, die zwar die meisten von uns kennen, aber die in Medienmagazinen meist nicht behandelt werden. 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