{"id":655,"date":"2018-03-02T01:18:34","date_gmt":"2018-03-02T00:18:34","guid":{"rendered":"http:\/\/dabars.de\/blog\/?p=655"},"modified":"2018-03-02T01:18:42","modified_gmt":"2018-03-02T00:18:42","slug":"schlanker-aber-qualitativ-hoher-rundfunk-das-geht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dabars.de\/blog\/schlanker-aber-qualitativ-hoher-rundfunk-das-geht\/","title":{"rendered":"Schlanker, aber qualitativ hoher Rundfunk? Das geht!"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Vorab-Anmerkung:<\/strong> Diskutieren Sie mit! Die passende Mailadresse gibt\u00b4s am Ende des Textes.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir m\u00fcssen mal wieder reden. \u00dcber den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland, \u00fcber die ARD, das ZDF und das Deutschlandradio. So sehr ich vieles auch kritisiere: Meist kritisiere ich meine Lieblingssendungen, den Rest bekomme ich n\u00e4mlich fast gar nicht mit. Aber meine Lieblingssendungen, auf die m\u00f6chte ich nicht verzichten. Deswegen bin ich auch klar f\u00fcr einen Fortbestand des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland. Aber m\u00fcssen es denn gleich drei Anstalten sein, von denen jeweils zwei Fernsehen und Radio machen?<\/em><!--more--><\/p>\n<p>Bereits vor etwa eineinhalb Jahren hab ich <a href=\"http:\/\/dabars.de\/blog\/kommentar-zusammenschluss-von-ard-und-zdf-gerne\/\">in einem Kommentar<\/a> begr\u00fcndet, warum ein Zusammenschluss der \u00d6ffentlich-rechtlichen gut f\u00e4nde. Als Gr\u00fcnde nannte ich, dass eine &#8211; wie ich finde, unn\u00f6tige &#8211; Konkurrenz um Personal wegfiele und f\u00fcr die Nutzer das Suchen, wo sie gerade Sport schauen k\u00f6nnen. War jetzt neulich bei den Winterspielen wieder aktuell: Man konnte im &#8222;Sportschau Livevideocenter&#8220; vier Streams aufrufen. Das Hauptprogramm und drei Zusatzstreams. Das Hauptprogramm war aber nicht immer das Programm, in dem gerade Olympia lief, sondern immer &#8222;Das Erste&#8220;. Man musste also immer mal wieder wechseln. Das fiele weg, wenn man ARD und ZDF unter einem Dach h\u00e4tte. Man h\u00e4tte au\u00dferdem eine Mediathek f\u00fcr alles im Fernsehen. F\u00fcrs Radio gibt\u00b4s ja mittlerweile die &#8222;ARD Audiothek&#8220;, in der man ausgew\u00e4hlte Audios auch vom DLF finden kann. Ja, ausgew\u00e4hlte. Nicht alle Podcasts, die es gibt. Das Angebot ist redaktionell kuratiert. Das ist ja auch erstmal gut, Aber meine Lieblingsnachrichtensendungen finde ich da nicht.<\/p>\n<p>Und was w\u00e4re mit der Vielfalt in den Nachrichten? Naja, die Auslandsstudios von ARD und ZDF k\u00f6nnten besser zusammenarbeiten und verschiedene Ansichten k\u00f6nnten ja die verschiedenen Reporter dennoch zeigen. Ich erinnere mich mal &#8211; ohne genau das Datum zu wissen &#8211; in demselben Programm in zwei verschiedenen Sendungen zwei verschiedene Ansichten \u00fcber eine Spielszene im Fu\u00dfball geh\u00f6rt zu haben. Von zwei verschiedenen Reportern. Also, geht doch! Politische Kommentare werden wohl auch nicht weniger vielf\u00e4ltig, wenn man f\u00fcr dieselbe Sendung auf mehr Menschen zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnte. Und die meisten Fernsehprogramme w\u00fcrden ja &#8211; wie in meinem fr\u00fcheren Kommentar erkl\u00e4rt &#8211; auch bleiben. Gegebenenfalls bek\u00e4men Sie andere Namen.<\/p>\n<p>Aber wie genau stelle ich mir eine Zusammenlegung der \u00f6ffentlich-rechtlichen Anstalten vor? Insbesondere beim Radio? Denn dazu hab ich bisher noch nicht viel gesagt, obwohl man da wohl am meisten zusammenlegen k\u00f6nnte. Nun aber erstmal, wie ein \u00f6ffentlich-rechtlichen Fernsehen in Zukunft aussehen k\u00f6nnte &#8211; wie ich finde angelehnt an das gro\u00dfe Vorbild BBC, aber auch bisschen an SRF und ORF:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>ARD 1<\/strong> &#8211; das bisherige erste Programm, aber mit Schwerpunkt auf Informationen, Dokus, gro\u00dfe Sportereignisse. Beh\u00e4lt die &#8222;tagesschau&#8220; und das &#8222;nachtmagazin&#8220;.<\/li>\n<li><strong>ARD 2<\/strong> &#8211; das bisherige ZDF, aber mit vielen der fiktionalen Inhalten aus dem bisherigen Ersten, beispielsweise den Krimis (&#8222;Tatort&#8220;). Kann auch gerne bei dem &#8211; wie ich finde viel zu hohen &#8211; Krimianteil bleiben. Beh\u00e4lt das &#8222;heute-journal&#8220;, die bisherige Nachrichtenredaktion wird in &#8222;ARD aktuell&#8220; eingegliedert, Sendung kommt dann auch aus Hamburg (aus dem ARD-Studio), darf aber weitestgehend eigenst\u00e4ndig die Sendungsinhalte bestimmen und eigenst\u00e4ndig Themen setzen.<\/li>\n<li><strong>tagesschau24<\/strong> &#8211; kann auch so bleiben, kann gegebenenfalls zu einem Rund-um-die-Uhr-Nachrichtenkanal ausgebaut werden.<\/li>\n<li><b>ARD 3<\/b> &#8211; Dokukanal, das bisherige ZDFinfo. Gut, kann mit der Nummer verwirrend sein (&#8222;dritte Programme&#8220;), von mir aus auch <strong>ARD Doku<\/strong>.<\/li>\n<li><strong>ARD alpha<\/strong> &#8211; kann so bleiben.<\/li>\n<li><strong>3sat<\/strong>,\u00a0<strong>arte<\/strong>, <strong>KiKA<\/strong>, <strong>phoenix<\/strong>\u00a0&#8211; Gemeinschaftsprogramme, teilweise mit anderen L\u00e4ndern. K\u00f6nnen unver\u00e4ndert so bleiben.<\/li>\n<li><strong>one<\/strong> und <strong>ZDFneo<\/strong> &#8211; richten sich beide an junge Erwachsene, die sowieso oft auf nicht-lineare Inhalte zur\u00fcckgreifen. Ich sehe da keine gro\u00dfen Probleme, beides zusammenzulegen.<\/li>\n<li><strong>Dritte Programme<\/strong> &#8211; k\u00f6nnen auch weitestgehend so bleiben, sollten aber bitte alle die &#8222;tagesschau&#8220; zeigen (Hallo, MDR :-)).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und &#8211; bei Thema &#8222;Dritte&#8220; auch wichtig: Einheitlich gestaltete <strong>Webseiten<\/strong>. Nein, keine Gleichschaltung der Inhalte. Nur das Aussehen soll \u00e4hneln, damit man wei\u00df, wo man was findet und sich alle ungef\u00e4hr gleich bedienen lassen.\u00a0 Gerne wieder sehr \u00e4hnlich zur BBC: Oben die Men\u00fcleiste der ARD (wie ja schon bei den Gemeinschaftsseiten tagesschau.de, sportschau.de, der B\u00f6rsenseite, &#8230;), drunter die jeweilige Landesrundfunkanstalt, aber eben alle mit dem gleichen System und \u00e4hnlichem Aufbau. Ich finde, die Seiten des WDR k\u00f6nnten da ein Vorbild sein, alle anderen Seiten so oder so \u00e4hnlich zu gestalten. Ich schlage einfach mal vor die Webseiten der BBC-Lokalradios zu besuchen, um sich selbst ein Bild zu machen. Denn mit Inhalten und Farben kann man schon noch genug selbst gestalten. Warum jede Landesrundfunkanstalt eine Webseite braucht, die sich v\u00f6llig von den anderen unterscheidet, erschlie\u00dft sich mir nicht. Teilweise machen dann nochmal einzelne Programme ihr eigenes Ding: So sieht beispielsweise die Seite von SWR3 denen von SWR1, SWR2 und SWR4 nicht \u00e4hnlich. Und k\u00fcrzlich poppte sogar noch ein Fenster in der Seite auf, ich solle doch den Newsletter abonnieren. Au\u00dfer dem Abo-Knopf funktioniere nur noch, die Seite neu zu laden. Hab keine M\u00f6glichkeit gefunden, das Fenster wegzuklicken.<\/p>\n<p>So, kommen wir mal zum Radio an sich. Auch da k\u00f6nnte man &#8211; nach dem Vorbild der BBC, vieles verbessern und einsparen. Mein Vorschlag:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>ARD Radio 1<\/strong> &#8211; die gro\u00dfe Popwelle f\u00fcr den Mainstream (bisheriges SWR3, WDR2, NDR2, &#8230;), mit Regionalnachrichten zur halben Stunde.<\/li>\n<li><strong>ARD Radio 2<\/strong> &#8211; die Popwelle f\u00fcr die etwas \u00e4lteren Leute (analog zu SWR1, Antenne Brandenburg, hr1, &#8230;), mit Regionalnachrichten zur halben Stunde und zwei halbst\u00fcndigen Regionalsendungen t\u00e4glich.<\/li>\n<li><strong>ARD Radio 3<\/strong> &#8211; eher mit klassischer Musik ausgestattete Kulturwelle (\u00e4hnlich zu den ARD-Kulturwellen)<\/li>\n<li><strong>ARD Radio 4<\/strong> &#8211; um es analog zur BBC zu machen. Aber wer gerne die bisherige Marke behalten will, gerne:\u00a0<strong>Deutschlandfunk<\/strong>. Kann unver\u00e4ndert weitersenden, aber eben unter dem Dach der ARD. Aber mit eigenst\u00e4ndiger Redaktion.<\/li>\n<li><strong>ARD Radio 5<\/strong> &#8211; analog zu den bisherigen Infowellen der ARD. Da am besten wie MDR Aktuell (nochmal Hallo, MDR :-)), da auch am Wochenende viele Nachrichten. Die vierte Viertelstunde geh\u00f6rt den regionalen Berichten, in Form von Regionalfenstern (au\u00dfer in besonderen Nachrichtenlagen).<\/li>\n<li><em><strong>ARD Radio 5 Extra<\/strong><\/em> &#8211; Spezialsendungen, analog zu &#8222;Dokumente und Debatten&#8220; oder auch zu &#8222;WDR Event&#8220;. Auch Regionalfenster sind m\u00f6glich.<\/li>\n<li><strong>ARD Radio 6<\/strong> &#8211; das bisherige DLF Kultur, das sowieso schon einige Male den Namen gewechselt hat. Auch hier gerne mit Regionalnachrichten.<\/li>\n<li><strong>ARD Radio 7<\/strong> &#8211; die anspruchsvolle Jugendwelle, analog zu &#8222;Puls&#8220; und &#8222;DLF Nova&#8220;.<\/li>\n<li><strong>ARD Kinderradio<\/strong> &#8211; der bisherige &#8222;Kiraka&#8220;, nur eben bundeswelt.<\/li>\n<li><strong>ARD Schlagerradio<\/strong>\u00a0 &#8211; die Nachfrage ist da, es gibt bereits einige Landesrundfunkanstalten, die das im digitalen Radio machen, oft mit viel Musik. Gerne mit Regionalfenstern am Tage. Ist nachts das gemeinsame Nachtprogramm der Regionalprogramme (siehe unten).<\/li>\n<li><strong>ARD Regional<\/strong> &#8211; die bisherigen Landesrundfunkanstalten veranstalten f\u00fcr jedes Bundesland tags\u00fcber ein Vollprogramm mit bunter Musik und vielen Nachrichten aus dem jeweiligen Bundesland. So kann der SWR beispielsweise &#8222;ARD Radio Rheinland-Pfalz&#8220; produzieren, der rbb dann u. a. &#8222;ARD Radio Brandenburg&#8220;. Jedes dieser Programme sendet mehrfach am Tag Lokalfenster (so macht es SWR4 RP bisher auch schon), in denen dann die Lokalstudios eigene kleine Sendungen produzieren. So wird aus &#8222;SWR4 Rheinland-Pfalz Studio Kaiserslautern&#8220; eben &#8222;ARD Radio Rheinland-Pfalz Studio Kaiserslautern&#8220;. Sendekonzept bleibt komplett gleich.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Klingt viel, ist aber ungef\u00e4hr genauso viel Programmvielfalt wie bisher f\u00fcr jeden einzelnen H\u00f6rer in den Regionen, auch die Regionalnachrichten bleiben in einem weitestgehend gewohnten Umfang. Die Anzahl der produzierten Vollprogramme (die man nun auch alle rund um die Uhr live moderieren k\u00f6nnte!) sinkt aber auf 25 (9 bundesweite und 16 regionale).\u00a0 Bisher sind es mehr als doppelt so viele.<\/p>\n<p>Mein Vorschlag bedeutet &#8211; besonders beim Radio: Einsparen, ohne viel Inhalt zu k\u00fcrzen. Klar kann das nicht alle freuen, klar kostet das Arbeitspl\u00e4tze. Aber besser so als den Rundfunk ganz abzuschaffen oder an der Qualit\u00e4t zu sparen. Ich finde, dass mein Vorschlag nicht nur Geld spart, sondern auch f\u00fcr die Nutzer mehr \u00dcbersichtlichkeit bedeutet, wo sie denn was finden. Au\u00dferdem h\u00e4tte man so ann\u00e4hernd gleiche Qualit\u00e4t bundesweit. Also nicht eine Infowelle, die am Wochenende moderiert und eine andere, bei der &#8211; au\u00dfer bei Nachrichten, Sport und \u00dcbernahmen von anderen Programmen &#8211; meist das Band l\u00e4uft, w\u00e4hrend woanders moderiert wird. Und ja, wenn es nach mir ginge, bek\u00e4me jetzt schon SWR Aktuell mehr Geld und SWR3 weniger. Lieber auch am Wochenende viel Liveprogramm in der Infowelle als H\u00f6reraktionen in der Popwelle. Aber mit meinem Reformvorschlag w\u00fcrde sich das ja auch \u00e4ndern. Klar gingen viele Marken verloren. &#8222;SWR3&#8220;, &#8222;Fritz&#8220;, ja sogar das sch\u00f6ne radioeins (und die sind wirklich gut!) fiele weg. Aber da k\u00f6nnte man die Sendungen verteilen auf die neuen Radios 2, 6, 7 und das Regionalprogramm. Das w\u00fcrde ich mir sogar w\u00fcnschen, weil dann die guten radioeins-Sendungen auch bundesweit Aufmerksamkeit bek\u00e4men. Die neuen zusammengelegten Programme w\u00e4ren sowieso ein bisheriges &#8222;Best of&#8220; aus den bisherigen Programmen.<\/p>\n<p>Und so ein qualitativ hochwertiger und dennoch sparsamer Entwurf k\u00f6nnte auch die \u00fcberzeugen, die den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk abschaffen wollen, weil er ihnen zu gro\u00df und zu teuer ist. Es hei\u00dft doch immer, die ARD sei nach dem Vorbild der BBC entstanden. Dann sehe ich auch kein Problem, ARD, ZDF und Dradio analog zur BBC umzugestalten (nat\u00fcrlich mit digitalem Programm ;-)).<\/p>\n<p>Aber ich wei\u00df auch, dass es Argumente gegen meinen Reformvorschlag gibt. <strong>Bitte lassen Sie uns dar\u00fcber diskutieren!<\/strong> Schreiben Sie mir unter <strong>debatte@dabars.de<\/strong>. Zeigen Sie den Artikel gerne Verantwortlichen in den Rundfunkr\u00e4ten, den Intendanten, Chefredakteurinnen, Ihren Kolleginnen, H\u00f6rern, den Leuten in den Parlamenten oder bei der KEF. Auf Wunsch ver\u00f6ffentliche ich auch gerne Ihre Zuschriften! Oder schreiben Sie mir auf Twitter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorab-Anmerkung: Diskutieren Sie mit! Die passende Mailadresse gibt\u00b4s am Ende des Textes. Wir m\u00fcssen mal wieder reden. \u00dcber den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland, \u00fcber die ARD, das ZDF und das Deutschlandradio. So sehr ich vieles auch kritisiere: Meist kritisiere ich meine Lieblingssendungen, den Rest bekomme ich n\u00e4mlich fast gar nicht mit. 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