{"id":572,"date":"2017-08-22T04:34:04","date_gmt":"2017-08-22T02:34:04","guid":{"rendered":"http:\/\/dabars.de\/blog\/?p=572"},"modified":"2018-07-31T04:34:42","modified_gmt":"2018-07-31T02:34:42","slug":"feminismuskonsens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dabars.de\/blog\/feminismuskonsens\/","title":{"rendered":"Feminismuskonsens"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dieser Text will die Feminismusdebatte zu einem Konsens f\u00fchren. Nichts mehr und nichts weniger. Ein gro\u00dfes Vorhaben, aber eine muss ja mal den Anfang machen.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Ein entspannter Nachmittag mit Musik aus dem Radio. Pl\u00f6tzlich schrecke ich auf: Dankbar sein, keine Frau zu sein. Bitte? Was singt der da? Ich hab\u00b4 das Lied doch schon zigmal geh\u00f6rt, doch diese Textstelle ist mir nie aufgefallen! Sofort schwirren unz\u00e4hlige Fragen durch meinen Kopf: Warum wird das Lied noch gespielt? Warum ist es so erfolgreich? Kommt gleich eine Bemerkung vom Moderator zu dieser Textstelle?<\/p>\n<p>Fr\u00fcher w\u00e4re mir eine Textstelle fast egal gewesen. Kunst darf ja bekanntlich (fast) alles, ist doch egal was der da singt, solange es nicht das Horst-Wessel-Lied ist. Aber es gibt etwas, das mich sensibilisiert hat, auf fast alles zu achten, wo entweder \u201eFrau\u201c oder \u201eMann\u201c steht: Der Feminismus. Zu Schulzeiten scheinbar weniger wichtig, aber heute merke ich: Das Thema ist nicht nur pr\u00e4sent, sondern betrifft uns alle. Und wie ich vermehrt merke: Mich betreffen feministische Themen auch direkt im Leben, immer \u00f6fter.<\/p>\n<p>Das Lied l\u00e4uft noch, als ich die Suchmaschine anwerfe. Ich schaue nach dem Songtext und klicke die erstbesten Links an. Ich will das jetzt wissen! Ich lese den Text und denke: Gott sei Dank! Alles halb so schlimm. Meine Ohren haben mir einen Streich gespielt: Der S\u00e4nger Stan Ridgway singt im Lied \u201eCamouflage\u201c n\u00e4mlich unter anderem darum, dankbar zu sein, nicht allein zu sein. \u201eAlone\u201c klingt da aber wirklich sehr nach \u201ea woman\u201c. Agathe Bauer und Anneliese Braun lassen gr\u00fc\u00dfen. Ein Songverh\u00f6rer, der mir eigentlich nicht aufgefallen w\u00e4re. W\u00fcrde der Text beispielsweise hei\u00dfen: \u201eDankbar sein, dass man ein Soldat ist\u201c, dann h\u00e4tte ich das zwar auch verstanden, aber nach wenigen Sekunden h\u00e4tte mein Gehirn das aussortiert. Und ich will nicht wissen, wie viele sexistische Lieder ich schon mitgesungen hab, seitdem ich Englisch gelernt habe. Aber: Mein Lieblingslied in der mittleren Schulzeit war ein sehr tolerantes. Auch, wenn mir das auch erstmal nicht klar war, als ich das Lied unbedingt auf CD haben wollte.<\/p>\n<p><strong>Musik kann Toleranz lehren &#8211; die Schreibweise von W\u00f6rtern auch?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe fr\u00fcher fast nie Musik-CDs gekauft. Auf CD, aber meist auf Kassette hatte ich Kinderh\u00f6rspiele und Kinderlieder. Und aber auch leere Kassetten zum Mitschneiden des Radioprogramms und da nat\u00fcrlich auch der Musik. Eine meiner ersten Musik-CDs in der Schulzeit war \u201eAll the best!\u201c von Paul McCartney. Sie steht hier neben mir im Regal. Die wollte ich unbedingt haben, weil da mein damaliges Lieblingslied drauf ist: \u201eEbony und Ivory\u201c von Paul McCartney und Stevie Wonder. Das Lied hatte mir so viel Spa\u00df im Musikunterricht gemacht, da wollte ich es unbedingt auch zuhause h\u00f6ren! Das Lied lehrt Toleranz: Im Text geht es um die Frage, warum hell (\u201eElfenbein\u201c = \u201eIvory\u201c) und dunkel (\u201eEbenholz\u201c = \u201eEbony\u201c) als Tasten auf dem Klavier gut miteinander harmonieren, es jedoch manchmal bei Menschen Probleme gibt. Ein Blick in die USA zeigt: Teilweise ist das Lied leider noch aktuell.<\/p>\n<p>Die Schule hat also in diesem Thema mithilfe dieses Songs Toleranz gelehrt. Aber dort bin ich auch zum ersten Mal mit dem Feminismus in Kontakt getreten: Warum sind die M\u00e4dchen beim \u201eGirls\u00b4 Day\u201c nicht in der Schule, sondern woanders? Und warum die Jungs nicht? Ehrlich gesagt war mir das zun\u00e4chst mal egal, Mitsch\u00fcler hatten diese Frage aber gestellt. Zurecht? Ehrlich gesagt: Erstmal bekommen alle \u00fcber viele Jahre hinweg Gleichbehandlung und dann pl\u00f6tzlich bekommen M\u00e4dchen etwas extra. Den \u201eBoys\u00b4 Day\u201c gab\u00b4s damals noch nicht. Klar ist das sinnvoll, wenn man M\u00e4dchen zeigt: Gibt noch was anderes als klassische \u201eFrauenberufe\u201c. Dass nun gerade diese \u201eFrauenberufe\u201c auch Jungs gezeigt werden, ist sinnvoll. Aber wie viel Feminismus in der Schule ist sinnvoll? Wie weit sollte er gehen d\u00fcrfen?<\/p>\n<p>Ich habe mir immer M\u00fche gegeben, korrekt zu schreiben. Immer nach den Regeln der Rechtschreibung. Diktate lagen mir im Deutschunterricht mehr als Aufs\u00e4tze. Eine Regel: Gro\u00dfbuchstaben stehen generell am Wortanfang. Dann kamen aber Lehrer (vielleicht auch Lehrerinnen) auf die Idee, im manchen Schreiben von \u201eSch\u00fclerInnen\u201c zu schreiben. Erste Frage: Was soll das kleine \u201eL\u201c zwischen \u201eSch\u00fcler\u201c und \u201ennen\u201c, meinen Sie nicht \u201eSch\u00fclerinnen\u201c? Ach, das ist ein gro\u00dfes \u201ei\u201c? Geht das laut Rechtschreibung? Mein Deutschlehrer hat doch keinen Unsinn erz\u00e4hlt, warum schreiben Sie das nun so? Ach, und die Jungs meinen Sie damit auch? Kompliziert, warum schreiben Sie es dann nicht so wie Sie es meinen und erfinden Schreibweisen?<\/p>\n<p>Naja gut, mein Lehrer hat diese Schreibweise nicht erfunden, das waren andere. Fr\u00fcher hat man also \u201eSch\u00fcler\u201c gesagt, wenn man alle meinte, heute \u201eSch\u00fclerinnen\u201c \u2013 von mir aus. Aber warum dann zwei Gro\u00dfbuchstaben in einem Wort? Wir m\u00fcssen doch nicht gleichzeitig die Rechtschreibung \u00e4ndern. Im Englischen ist das alles einfacher: \u201eteacher\u201c kann \u201eLehrer\u201c oder \u201eLehrerin\u201c hei\u00dfen. Ohne sprachliche Experimente hatten wir im Englischunterricht auch mal einen Themenschwerpunkt zu Frauenthemen. So erz\u00e4hlte ein Kollege etwas \u00fcber Beschneidung bei Frauen (=Genitalverst\u00fcmmelung). Zum heiklen Thema Beschneidung komme ich sp\u00e4ter zur\u00fcck. Mein Thema damals war die \u201equota\u201c: Ich sagte schon damals, that I would prefer a quota for both, also wenn 40 % Frauen in einem Aufsichtsrat sein sollen, dann auch 40 % M\u00e4nner. Eine Geschlechterquote, keine reine Frauenquote. Ich fand vor f\u00fcnf Jahren und finde noch heute: Wenn Quote, dann an die Zukunft denken und gleich f\u00fcr beide Geschlechter. Wer mir aber erkl\u00e4ren kann, warum ein Aufsichtsrat mit 80 % Frauen gut und einer mit 80 % M\u00e4nnern schlecht sein soll \u2013 bitte schreiben Sie mir an <a href=\"mailto:debatte@dabars.de\">debatte@dabars.de<\/a>! Dieser Text ist ein Debattenbeitrag!<\/p>\n<p><strong>Diskutieren Sie mit! &#8211; <a href=\"mailto:debatte@dabars.de\">debatte@dabars.de<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Denn ich finde: Dieses Thema braucht eine Diskussion. Eine faire und sachliche. Ich habe leider oft das Gef\u00fchl, dass sowohl Feministinnen als auch Kritiker (Feministen und Kritikerinnen) gerne unter sich bleiben und die Diskussion weitgehend ablehnen. Das finde ich falsch. Wozu so eine Polarisierung f\u00fchren kann, sieht man in den USA &#8211; Trump wurde gew\u00e4hlt. Freilich nur von der H\u00e4lfte. In Deutschland haben wir ein Wahlsystem, dass eine solche Spaltung weitgehend verhindert. Dennoch braucht auch der Feminismus eine Diskussion, wie es jedes andere Thema auch hat. Ich glaube daran: Ein Konsens kann gelingen! Wie wichtig Feminismus ist, hab\u00b4 ich selbst gemerkt: Auf einer Zugfahrt neulich passierte mir etwas, was \u2013 wie ich sp\u00e4ter erfuhr \u2013 auch anderen Frauen ganz \u00e4hnlich passiert.<\/p>\n<p>Feminismus ist wichtig: Sexistische Werbung ist doof, aber auch M\u00e4nner sind \u201eoben ohne\u201c in der Werbung zu sehen! \u00dcbrigens: Es gibt feministische Gruppen, die durchsetzen wollen, dass es als normal gilt, wenn Frauen \u2013 genauso wie M\u00e4nner \u2013 im Schwimmbad ihre Br\u00fcste zeigen. Interessanterweise wollen das selbst viele Frauen nicht. Finde ich schon interessant, dass manche Frauen freiwillig das fortf\u00fchren (und anderen so vorschreiben wollen), was ihnen urspr\u00fcnglich mal aufgezwungen wurde. Wo wir beim Thema Kleidungsvorschriften w\u00e4ren. Was bei Frauen das Bikinioberteil ist, ist bei M\u00e4nnern die Krawatte. Freilich in anderen Situationen, aber wie viele M\u00e4nner werden wohl verpflichtet (oder f\u00fchlen sich dazu verpflichtet) eine Krawatte zu tragen, nur weil sie ein Mann sind? Ist das keine Benachteiligung wegen des Geschlechts? Allgemein muss M\u00e4nnermode liberaler werden finde ich: Warum sollten M\u00e4nner keine Kleider tragen (oder werden doof daf\u00fcr angeguckt), wenn Frauen auch Anz\u00fcge tragen?<\/p>\n<p><strong>Wie ich zur Feministin wurde<\/strong><\/p>\n<p>Muss sich der Feminismus auch f\u00fcr M\u00e4nnerfragen interessieren? Darf der Feminismus das \u00fcberhaupt? Macht er sich damit nicht \u00fcberfl\u00fcssig, wenn er sich auch f\u00fcr M\u00e4nner engagiert? Ist das dann Maskulinismus? Kann man gleichzeitig Feministin sein und sich f\u00fcr M\u00e4nnerrechte engagieren? Ist Maskulinismus generell schlecht? Mein Rechtschreibprogramm am Computer kennt interessanterweise das Wort \u201eMaskulinismus\u201c gar nicht. Ich denke: die meisten Menschen auch nicht. Feminismus hingegen wirkt. Zurecht. Auch ich sehe mich als Feministin. Grund war \u2013 wie bei einigen anderen auf Twitter \u2013 <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/felix-baumgartner-ivanka-trump-kim-kardashian-feminismus-auf-twitter-und-co-kommentar-a-1144981.html\">ein Kommentar von Carline Mohr<\/a>. In diesem z\u00e4hlt sie viele verschiedene Artikel, Kommentare und Werbeanzeigen auf, in denen Sexismus zu lesen ist. Und viele der Punkte finde ich auch traurig, beispielsweise, wenn in einem Artikel so geschrieben wird, als sei es ein Fehler, sich aufreizend zu kleiden, wenn man &#8211; angeblich auch deswegen &#8211; \u00fcberfallen worden ist. Oder beispielsweise eine Werbung, laut der sich eine Frau mehr Schuhe kaufen k\u00f6nnte, wenn sie dank einer Autovermietung Geld spart. Wenn sich der Feminismus gegen solche Art von Sexismus einsetzt: Da bin ich gerne dabei! Schlie\u00dflich sind \u2013 wie gesagt \u2013 potentiell alle von sexistischer Werbung betroffen. Gibt auch Werbespots mit M\u00e4nnerklischees und leicht bekleideten M\u00e4nnern. Und sexistische Werbung mit Frauen hat leider die M\u00f6glichkeit Klischees \u00fcber Frauen festzusetzen. Also am besten weg damit!<\/p>\n<p>Apropos Klischees: Wo werden die noch vermittelt? In Gesetzen! In heute g\u00fcltigen Gesetzen! Ein Beispiel liefert der \u00a7 44 im SGB 9 Abs. 1: \u201eDie Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe am Arbeitsleben der in \u00a7 6 Abs. 1 Nr. 1 bis 5 genannten Rehabilitationstr\u00e4ger werden erg\u00e4nzt durch [\u2026] 3. \u00e4rztlich verordneten Rehabilitationssport in Gruppen unter \u00e4rztlicher Betreuung und \u00dcberwachung, einschlie\u00dflich \u00dcbungen f\u00fcr behinderte oder von Behinderung bedrohte Frauen und M\u00e4dchen, die der St\u00e4rkung des Selbstbewusstseins dienen, [\u2026]\u201c. Frauen bekommen eine F\u00f6rderung ihres Selbstbewusstseins, M\u00e4nner nicht, scheinen das nicht zu brauchen. Das vermittelt mir ein Bild eines \u201estarken\u201c Mannes und einer \u201eschwachen\u201c Frau. Ein Gesetz macht das!<\/p>\n<p><strong>Gesetze vermitteln Geschlechterklischees &#8211; und der Feminismus schaut zu?<\/strong><\/p>\n<p>Gibt \u00fcbrigens noch ein anderes Gesetz, das aus mir nicht erkl\u00e4rlichen Gr\u00fcnden M\u00e4nner benachteiligt. Es gibt n\u00e4mlich eine Richtlinie, die vor einigen Jahren in einem Gesetz ge\u00e4ndert wurde, in einem anderen nicht, obwohl sie dort fast wortgleich drinstand \u2013 und jetzt dort nach wie vor in der alten Fassung zu lesen ist. Die Richtlinie hat auch mit dem Thema Gleichberechtigung zu tun: Diese wurde in dem einen Gesetz umgesetzt, im anderen jedoch nicht! Bis heute.<\/p>\n<p>Konkret geht es um Krebsvorsorge: In \u00a7 25 Abs. 2 des f\u00fcnften Sozialgesetzbuches war fr\u00fcher zu lesen: \u201cVersicherte haben h\u00f6chstens einmal j\u00e4hrlich Anspruch auf eine Untersuchung zur Fr\u00fcherkennung von Krebserkrankungen, Frauen fr\u00fchestens vom Beginn des zwanzigsten Lebensjahres an, M\u00e4nner fr\u00fchestens vom Beginn des f\u00fcnfundvierzigsten Lebensjahres an.\u201d<\/p>\n<p>In \u00a7 57 Abs. 2 des Strafvollzugsgesetzes hei\u00dft die Richtlinie genauso, nur statt \u201cVersicherte\u201d steht da \u201cGefangene\u201d. Die Vorschrift in \u00a7 25 Abs. 2 des SGB 5 wurde mittlerweile ge\u00e4ndert und hei\u00dft: \u201cVersicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, haben Anspruch auf Untersuchungen zur Fr\u00fcherkennung von Krebserkrankungen.\u201d Das StVollzG kennt nach wie vor die alte Richtlinie.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher hat man den Anspruch Versicherten und Gefangenen gleicherma\u00dfen zugestanden, die Verbesserung im Gesetz gab es aber nur f\u00fcr freie Menschen. Zum einen: Es hei\u00dft doch \u201cFreiheitsstrafe\u201d und nicht \u201cGesundheitsstrafe\u201d. Und: Wenn man in diesem Punkt beide Geschlechter in Freiheit gleichstellt, warum dann nicht im Gef\u00e4ngnis? \u00dcbrigens: Das Deutsche Krebsforschungszentrum empfiehlt Hautkrebsvorsorge ab 35 (Quelle: https:\/\/www.krebsinformationsdienst.de\/vorbeugung\/frueherkennung\/frueherkennung.php). Das ist zwar nach dem 20., aber noch weit vor dem 45. Lebensjahr. Welche Feministin setzt sich dort f\u00fcr eine \u00c4nderung ein? Bin ich die einzige? Bin ich dann \u00fcberhaupt eine Feministin? Bedeutet Feminismus nicht den Einsatz f\u00fcr Gleichberechtigung?<\/p>\n<p><strong>Sch\u00fctzt das Grabschverbot wirklich alle Frauen?<\/strong><\/p>\n<p>Bleiben wir beim Recht, kommen wir zum Thema, das ich vorhin bereits kurz erw\u00e4hnte: Beschneidung\/Genitalverst\u00fcmmelung. Bei Jungen nach \u00a7 1631d BGB unter bestimmten Voraussetzungen m\u00f6glich, nach \u00a7 226a StGB bei allen weiblichen Menschen verboten. So, nun das ein schwieriges Thema. Denn: M\u00e4nnliche und weibliche Geschlechtsteile unterscheiden sich. Beschneidungen bei M\u00e4nnern gelten als weniger gef\u00e4hrlich. Aber: Sie sind nicht ganz ungef\u00e4hrlich! Wenn eine Beschneidung aus medizinischen Gr\u00fcnden zwingend notwendig ist \u2013 von mir aus. Aber nur dann und dann auch nur von ausgebildeten Medizinern! Aus rein religi\u00f6sen und traditionellen Gr\u00fcnden: Nein! Denn: Dank der Religionsfreiheit d\u00fcrfen alle ab 14 Jahren selbst entscheiden welcher Religion man angeh\u00f6ren will. Und: Wer als Erwachsener sich \u00e4rgert, dass ihm unn\u00f6tigerweise ein Teil des K\u00f6rpers entfernt wurde, \u00e4rgert sich zurecht. Meine Forderung: Streichung des \u00a7 1631d BGB und Erweiterung des \u00a7 226a StGB auf beide Geschlechter! Aus Gr\u00fcnden der Gleichberechtigung, der Gesundheit und der k\u00f6rperlichen Selbstbestimmung! W\u00e4re das nicht Gleichberechtigung? Ein Ziel von Feministinnen und Maskulinisten? Ein &#8222;gemeinsamer Nenner&#8220;? Widerspruch? Schreiben Sie mir gerne an <a href=\"mailto:debatte@dabars.de\">debatte@dabars.de<\/a>!<\/p>\n<p>Apropos k\u00f6rperliche Selbstbestimmung: Wer sich selbst verst\u00fcmmelt, weil er seine Wehrpflicht nicht aus\u00fcben will, macht sich strafbar, das regelt \u00a7109 StGB. H\u00f6chststrafe: F\u00fcnf(!) Jahre Gef\u00e4ngnis! Und die Wehrpflicht ist ja bekanntlich nur ausgesetzt, nicht abgeschafft. Frauen betrifft das nicht, sie d\u00fcrfen laut Artikel 12a GG &#8220; auf keinen Fall zum Dienst mit der Waffe verpflichtet werden.\u201c. Wo wir wieder beim Klischee eines angeblich so starken Mannes sind, von dem wir im Verteidigungsfall das Risiko erwarten d\u00fcrfen (und uns dann \u00fcber die k\u00fcrzere Lebenserwartung von M\u00e4nnern wundern, wodurch die meisten Witwen Frauen sind und allein und arm im Alter; ein Nachteil auch f\u00fcr Frauen?). Gleichstellungsbeauftragte d\u00fcrfen meist auch nur Frauen werden und auch nur Frauen w\u00e4hlen. Und so weiter. Darf ich das als Feministin anprangern? Hat das nicht auch mit Gleichberechtigung zu tun? H\u00e4tten wir vielleicht sogar mehr V\u00e4ter, die sich um Kinder k\u00fcmmern w\u00fcrden (gut f\u00fcr Frauen?), wenn in Deutschland gelten w\u00fcrde: leiblicher Vater = rechtlicher Vater? Gilt n\u00e4mlich derzeit nicht, in der Ehe ist der Vater automatisch der Ehemann (\u00a7 1592 BGB) und au\u00dferhalb der Ehe muss der Mann erstmal die Vaterschaft anerkennen Ehemann (\u00a7 1592\/1594 BGB), wobei die Mutter zustimmen muss (\u00a7 1595 BGB). Immerhin: Bl\u00e4ttern im Gesetzbuch lohnt sich: \u00a7 1686a regelt, was ein leiblicher Vater darf, wenn er nicht der rechtliche ist. Viel ist das aber nicht.<\/p>\n<p>Genug Rechtstheorie, das Recht benachteiligt aber auch einen Teil der Frauen, n\u00e4mlich Transfrauen wie mich. Die n\u00e4mlich werden nach aktueller Rechtslage nur nach einem Gerichtsverfahren mit (meist teuren) Gutachten anerkannt! Ein Gesetzentwurf der Gr\u00fcnen, der das \u00e4ndern k\u00f6nnte, wird es wohl vor der Wahl nicht mehr schaffen in Recht gegossen zu werden. Und nach der Wahl geht alles wieder von vorne los. Sexuelle Bel\u00e4stigung ist nun strafbar. Aber gilt das auch, falls mir jemand an die Brust fasst? Oder gilt meine Brust dann als \u201em\u00e4nnlich\u201c (nach aktueller Rechtslage ja scheinbar schon) und ist vielleicht gerade deswegen ein Grabschen an meine Brust weiterhin erlaubt? Sch\u00fctzt mich das neue Gesetz \u00fcberhaupt? Was sagt der Feminismus dazu?<\/p>\n<p>Ich finde f\u00fcr Transfrauen macht der heutige Feminismus zu wenig. Die Aktionen f\u00fcr gleiche Bezahlung haben viel Wirkung in den Medien. Zu Recht: Dass klassische \u201eFrauenberufe\u201c schlechter bezahlt werden und Frauen oft ungewollt in der Teilzeit stecken bleiben ist eine Sauerei. Aber dass es Frauen gibt, die als solche nicht mal anerkannt werden, das scheint weniger wichtig. Obwohl auch Transfrauen \u00e4hnliche Dinge erfahren wie andere Frauen.<\/p>\n<p><strong>Engagieren Sie sich! F\u00fcr einen Konsens!<\/strong><\/p>\n<p>Vor einigen Tagen <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/zeit-magazin\/leben\/2017-08\/feminismus-vater-nilz-bokelberg-autor-tochter\">schrieb der Autor Nilz Bokelberg auf \u201eZeit Online\u201c<\/a> \u00fcber Feminismus und schrieb dort unter anderem, wie er beobachtete, wie jemand in der U-Bahn eine Frau auf eine aufdringliche Weise anschaute. Ich f\u00fchlte mich gleich daran erinnert, als ich einige Tage zuvor selbst von jemandem recht oft angeschaut wurde. Ich w\u00fcrde es nicht aufdringlich nennen und ich selbst hab auch irgendwie \u00f6fter mal hingeschaut, aber irgendwie war sein Blick doch anders als der Blick der meisten anderen im Zug, die in meinem Blickfeld waren. Kurz vor seinem Aussteigen streckte er mir die Hand hin. Ich wollte ihm zwar erstmal nicht die Hand geben, aber er nahm meinen Arm und schaffte es so doch noch (mit der gleichen Hand) mir die Hand zu geben. Ich kann mich aber nicht erinnern ihn vorher mal angesprochen zu haben, ich hatte eigentlich die ganze Zeit DLF geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Was lernen wir daraus? Wollen wir nun auch \u201eAnstarren\u201c gesetzlich verbieten? Ich glaube, das ginge zu weit. Ansonsten m\u00fcsste mehr gemacht werden: F\u00fcr Frauen und f\u00fcr M\u00e4nner. F\u00fcr vollst\u00e4ndige Gleichberechtigung im Gesetzbuch. F\u00fcr vollst\u00e4ndigen gegenseitigen Respekt in der Gesellschaft. Beides kann der Feminismus erreichen, aber will er auch beides? Ich freue mich \u00fcber Ihre Debattenbeitr\u00e4ge unter <a href=\"mailto:debatte@dabars.de\">debatte@dabars.de<\/a>. Egal ob Sie Feministin, Maskulinist, Feminist, Maskulinistin, Antifeministin, alles gleichzeitig oder nichts von alledem sind. Egal ob Sie zustimmen oder widersprechen: <a href=\"mailto:debatte@dabars.de\">debatte@dabars.de<\/a>! Ich freue mich auf die Mails! Gerne auch in Kurzform auf Twitter: @RDabars. Einzige Voraussetzung: Respektvoll bleiben! Jede Mail wird dann ebenso freundlich beantwortet, jeder Tweet auch! Ich finde diesen Diskurs sehr wichtig!<\/p>\n<p>Wer weitere Ideen hat, wie wir die Feminismusdebatte zu einem Konsens f\u00fchren k\u00f6nnen, mit Podiumsdiskussionen, Werbeaktionen, Demonstrationen, \u2026 <a href=\"mailto:debatte@dabars.de\">debatte@dabars.de<\/a>!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Text will die Feminismusdebatte zu einem Konsens f\u00fchren. Nichts mehr und nichts weniger. 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