{"id":226,"date":"2016-06-20T22:53:36","date_gmt":"2016-06-20T20:53:36","guid":{"rendered":"http:\/\/dabars.de\/blog\/?p=226"},"modified":"2016-06-20T23:36:42","modified_gmt":"2016-06-20T21:36:42","slug":"hat-radio-bei-der-jugend-noch-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dabars.de\/blog\/hat-radio-bei-der-jugend-noch-zukunft\/","title":{"rendered":"Hat Radio bei der Jugend noch Zukunft?"},"content":{"rendered":"<p>Musik sind Erinnerungen. Songs erinnern an sch\u00f6nes, weniger sch\u00f6nes, skurriles, lustiges. Deshalb h\u00f6re ich immer wieder gerne rein in eine Playlist mit Songs, die mich zur\u00fcck in die Vergangenheit tragen. Wie eine Zeitmaschine zeigen mir die Lieder noch einmal interessante Erlebnisse. Nicht die sch\u00f6nsten, nicht die interessantesten, aber die, die klar mit dem jeweiligen Song verbunden sind. Auch in der Playlist: Zwei Songs von Rihanna. K\u00fcrzlich fiel mir ein dritter Song vom Rihanna ein. 2006, vielleicht auch 2007, da muss es gewesen sein. &#8222;Unfaithful&#8220; hei\u00dft der Hit, der damals bekannt war, nicht zuletzt, weil er in der Hot Rotation vieler Stationen zu finden war. Ein trauriger Song, nicht mein Musikgeschmack.\u00a0Mitsch\u00fclern von damals gefiel der Song aber so gut, dass sie den sogar von CD abspielten, gerne auch in Dauerschleife: Sobald der n\u00e4chste Song startete, ging einer ans Ger\u00e4t und dr\u00fcckte &#8222;zur\u00fcck&#8220;. Sp\u00e4ter schaltete dann ein anderer von CD auf UKW um, wahrscheinlich um beispielsweise den Lieblingsmoderator zu h\u00f6ren. Dies war m\u00f6glich, weil das kein reiner CD-Player war, sondern auch UKW und Mittelwelle empfangen konnte. Aber im laufenden Radioprogramm dauerte es auch nur 20 Minuten, bis der Song ebenfalls zu h\u00f6ren war. Aber: Immerhin schaltete jemand auf Radio um! Und diese Person war nicht ich! Damals zumindest gab es also Jugendliche, die Radio einschalteten, selbst, wenn doch die Lieblings-CD griffbereit war! Welche Gr\u00fcnde kann es daf\u00fcr geben? Radio l\u00e4sst einen nichr allein, vom Fr\u00fchst\u00fcck bis zur Naturkatastrophe leicht empfangbar, kluge Musikmoderationen, bei denen man spannende Details erfahren kann, topaktuelle Infos obendrein.<\/p>\n<p>Genauso kann ich mich noch daran erinnern, wie eine Mitsch\u00fclerin UKW-Frequenzen an die Tafel schrieb! Oder auch, wie Mitsch\u00fcler \u00fcber bestimmte Radioaktionen sprachen. Naja gut, das letzte kann auch sein, weil ich denen davon erz\u00e4hlte, aber die ersten zwei Geschehnisse sind nicht durch mich ausgel\u00f6st! Besteht also noch Hoffnung, dass das Radio auch von jungen Leuten geh\u00f6rt wird? Ja? H\u00f6ren die nicht sowieso alle Musik auf ihrem Smartphone und lesen die Nachrichten \u00fcber News-Apps oder vermehrt \u00fcber Social Media? Ich sehe in Zug und Bus vermehrt Kinder und Jugendliche mit Smartphone in der Hand und oft dazu mit Kopfh\u00f6rer im Ohr. Als ich so alt war wie manche von denen mit Smartphone, war das &#8222;I-Phone&#8220; noch nicht erfunden! Und das ist auch vielleicht der Grund, warum meine Generation noch das Radio kennen und sch\u00e4tzen gelernt hat: Diese modernen Ger\u00e4te gab es einfach noch nicht, schon gar nicht mit Millionen kostenloser Songs im Streaming! Musik gab&#8217;s auf CD und &#8211; wenn das Taschengeld aus war und man dennoch neue Musik kennenlernen wollte &#8211; im Radio! Klar gab&#8217;s Musikfernsehen, aber nicht alle hatten ein TV-Ger\u00e4t im Zimmer! Also blieb den Leuten, die Anfang bis Mitte der 90er geboren wurden, meist nichts anderes \u00fcbrig als Radioh\u00f6ren, um den Musikhorizont zu erweitern! Das Radio war das Tor zur Musikwelt und kann es heute noch sein!<\/p>\n<p>Daher kann ich zumindest f\u00fcr meine Generation sagen: Es besteht noch Hoffnung! Denn Leute meiner Generation k\u00f6nnen noch ans Radio herangef\u00fchrt werden, auch, wenn sie nicht sehr begeistert davon sind: Als auf DKultur noch der H\u00f6rertalk &#8222;2254&#8220; funkte, h\u00f6rten auch gerne Mitsch\u00fcler zu, wenn ich vorher ank\u00fcndigte, dass ich versuchen w\u00fcrde dort durchzukommen. Vor noch ungef\u00e4hr drei Jahren lief auf der Geburtstagsfeier einer Freundin &#8222;1LiveDiggi&#8220;; dieselbe hat daf\u00fcr gesorgt, dass gut acht Monate zuvor unser damaliger Englischkurs auf &#8222;SWR1&#8220; zu h\u00f6ren war!<\/p>\n<p>Die heute Anfang-20-j\u00e4hrigen k\u00f6nnen also denke ich noch zum Radio hingef\u00fchrt werden, denn sie kennen es. Ein Teil h\u00f6rt es beim Autofahren (ein wohl gr\u00f6\u00dferer Teil h\u00f6rt da aber auch nur noch CD), ein Teil zur Hintergrundberieselung bei allen m\u00f6glichen T\u00e4tigkeiten. Aber manche treffen zu Radio Aussagen wie: &#8222;Kommt nicht meine Musik&#8220;, &#8222;Musik? Hab doch ein Streamingabo&#8220;, &#8222;Infos? Schau mal, ich hab da so eine tolle App&#8230;&#8220;, &#8222;H\u00f6rfunkmagazine? Hab ich keine Zeit &#8230;&#8220; Die Frage ist also: Wie bekommen wir Radio wieder so hin, dass es attraktiv ist, trotz Streaming und Apps?<\/p>\n<p>Bei den heutigen Jugendlichen wird es schwierig, die zum Radio zu bringen. Schlie\u00dflich haben manche schon seit mehrere Jahren ein Smartphone. Wozu also Radio? Der WDR &#8222;Kiraka&#8220; ist ja nichtmal bundesweit zu empfangen. Und wie viele schalten danach das Jugendprogramm der ARD ein, wenn sie das Radio nicht richtig kennengelernt haben? Wird also mit meiner Generation auch das Radio sterben?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musik sind Erinnerungen. Songs erinnern an sch\u00f6nes, weniger sch\u00f6nes, skurriles, lustiges. Deshalb h\u00f6re ich immer wieder gerne rein in eine Playlist mit Songs, die mich zur\u00fcck in die Vergangenheit tragen. 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