Musikbetten sind oft nicht professionell, sondern unnötig!

… und das ist meine Meinung!

Man hört sie überall: Im “Serviceblock” im Radio, am Anfang einer Sendung, während einer Moderation und sogar während den Nachrichten.

Aber wozu dieses Hintergrundgedudel? Sogar während TV-Reportagen läuft Musik im Hintergrund! Musik einbauen kostet Geld – Warum also nicht die Musik weglassen und mit dem gesparten Geld noch bessere Sendungen machen? Wenn ich eine Dokumentation oder eine Reportage anschaue, dann ist das ein Informationsformat. Eine musikfreie Version enthält nicht weniger Information als eine mit Gedudel!

Beispiel: Das Sendeteam reist in eine gefährliche Gegend – welche Musik kommt? Genau, sicher keinen Schlager. Eine Infografik wird eingeblendet – was hören wir außer der erklärenden Stimme? Richtig! Hier wird’s schon melodischer. Wer öfter solche Sendungen schaut kennt das. Aber: Das ist kein Spielfilm! Er klingt nur so! Mir ist kein Preis für die “Beste Musik in einem Informationsformat” bekannt – wozu also diese Mühe?

Notenzettel mit Beschriftung
Notenzettel mit Beschriftung

Das gleiche gilt übrigens für Radionachrichten besonders auf den Sendern, die das jüngere Publikum ansprechen sollen bzw. wollen: Gerne läuft dort mal die ganze Sendung lang irgendwas im Hintergrund. Liebe Sender: Soll das etwa “modern” sein? Wollt ihr damit eher das junge Publikum erreichen? Habt ihr Angst dass die “digital natives” umschalten, weil sie mal einige Minuten keine Musik hören? Ich bin unter 20 und höre mir lieber die Nachrichten im Deutschlandfunk an als Meldungen mit Pauken und Getute dahinter. Da werden die Nachrichten gelesen, ohne Musik hintendran. Übrigens auch nicht während Wetter und Verkehr – Musik kommt nur als Trenner dazwischen. Da steht die Information an erster Stelle.

Und einige Sender scheinen es sehr gut zu meinen mit der Musik und unterlegen auch noch viele Moderationen mit ihr. Mir ist das zu hektisch und zu viel. Aber an einer Stelle lasse ich mir das gerne mal gefallen: Am Anfang einer Sendung. Die Erkennungsmusik ertönt, die Musik läuft weiter, der Modertor bzw. die Moderatorin fängt an zu sprechen. Doch spätestens, wenn alle einleitenden Worte gesagt sind und die Themen der Sendung klar sind, dann sollte doch bitte die Musik verklingen. Bis Sendungsende oder nächstem gespielten Song.

Wenn das hier ein Verantwortlicher bzw. eine Verantwortliche eines Senders liest und meint, Musikbetten würden auch an die Stellen gehören, an denen ich sie ablehne, der/die schreibe mir bitte eine Mail. E-Mail-Adresse finden Sie unter “Kontakt”. Danke. 🙂

DAB+ – der neue Standard im Radio?

Radio ist schnell, schneller als Fernsehen und um einiges schneller als die Zeitung. Dennoch gibt’s je nach Übertragungsweg unterschiedliche Verzögerungen. Jeder kennt das vom Fernsehen: Der Nachbar bzw. die Nachbarin freut sich beim Fußballspiel früher oder später als man selbst. Beträgt die Verzögerung nicht einige Minuten, dann darf man davon ausgehen, dass da kein Timeshift aktiviert ist, sondern ein anderer Empfangsweg benutzt wird. So ist z. B. analoges Kabel schneller als digitales Kabel. Genauso ist das beim Radio: Wer über UKW einschaltet, der kann sich – sofern der Sender pünktlich ist – bei den Nachrichten seine Uhr genau stellen. Noch schneller wäre die Mittelwelle, über die es aber in Deutchland immer weniger zu hören gibt. Bei DAB+ sieht das anders aus: Aufgrund der größeren Verzögerung hört man den Ton zur vollen Stunde erst einige Sekunden später. Praktisch der einzige Grund, warum ich Fußball gerne über UKW höre – ich wäre ja sonst zu spät dran! 😉

Aber ansonsten höre ich Radio über DAB+. Warum? Meine Lieblingsprogramme gibt’s nicht über UKW. Das analoge Band ist voll von mehr oder weniger guten Programmen. Meine Lieblingsprogramme sind hingegen schwer bis gar nicht zu empfangen: Auf der Frequenz vom Deutschlandfunk hab ich Rauschen dabei, bei der Frequenz von Deutschlandradio Kultur muß ich die Antenne richtig ausrichten. Drehe ich sie in die andere Richtung, dann höre ich anstelle von Deutschlandradio zwei Programme des SWR auf einmal. Liegt vielleicht auch an meinem Empfangsgerät. Und das hörenswerte Informationsprogramm des SWR? Das ist hier gar nicht auf UKW zu empfangen. Um also bei der Umstellung von “SWR cont.ra” auf “SWRinfo” die Infonacht der ARD weiterhin empfangen zu können, kaufte ich mir einen (mittlerweile kaputten) digitalen Empfänger.

So konnte ich die Programme des sogenannten “Landesmux” hervorragend empfangen. Der nächste Sendeturm hierfür steht immerhin in Kaiserslautern. Die Programme des Deutschlandradios senden aber auf dem “Bundesmux”, für den es noch keinen Sender in Kaiserslautern gibt. So muss ich da wieder etwas mit der Antenne tricksen und das Radio an die richtige Stelle im Raum platzieren. Mit einem DAB+-Stick empfange ich die bundesweiten Programme derzeit nur, wenn ich die Antenne so “ausrichte”:

DAB-Antenne an Uhr
Antenne an Uhr

Außerdem muß das Kabel auch noch entsprechend nebendrangehängt werden (das ist übrigens hinter der Uhr und deshalb nicht zu sehen). Zum Glück kann sich das Kabel durch das Bücherregal schlängeln, das nebendran steht. Aber bald soll ja das Netz komplett ausgebaut sein und dann kann die ich Antenne einfach irgendwo hinstellen.

Und wenn mal der Empfang gestört ist? Dann blubbert es oder der Empfang geht ganz weg, wobei der letzte Ton manchmal einen kurzen Hall hinterlässt. Ein Rauschen hab ich noch nie vernommen, aber mit einem kleinen Taschenradio ein seltsames Pfeifen. Ob´s am Gerät lag? Allgemein hab ich festgestellt: Umso größer und umso teurer das Gerät, umso besser empfange ich die digitalen Programme.

Die mit dem Internet aufgewachsene Generation wird sich nach diesem Artikel fragen: Warum das ganze, ich hab doch Netz?! Ja, genau. Aber hört darüber mal längere Zeit einen Radiostream. Da kann schnell das Volumen aufgebraucht sein bzw. das ganze eine Menge Geld kosten. Mit einem DAB+-Empfänger kostet es nur den Preis des Geräts und die Stromkosten dafür. Ich muss zugeben, dass der Verbrauch bei kleinen Radios mit Batterie höher ist als bei Analoggeräten, aber der Empfang selbst ist – anders als mobiles Internet meistens – ungedrosselt und unbegrenzt kostenlos! Man zahlt nichts extra, nur den Rundfunkbeitrag – aber der muss sowieso gezahlt werden.

Mir selbst ist egal wie der Empfangsweg der Zukunft heißt. Hauptsache, ich kann meine Lieblingsprogramme terrestrisch und ohne Zusatzkosten empfangen. Dann bin ich zufrieden! 🙂

Nach dem Aus der “Nachtgespräche” im Deutschlandradio Kultur

Zum 21. Juni 2014 änderte Deutschlandradio Kultur sein Programm. Alte Sendungen fielen weg, neue kamen dazu. Das bisher ausgestrahlte “Radiofeuilleton” – eine Mischung aus Gespräch, Literatur und Musik – wurde in entsprechende Einzelsendungen aufgeteilt. So weit, so gut.
Einige Kritik gibt’s allerdings zu einer Änderung im Nachtprogramm: Die bisher ausgestrahlte Hörertalksendung “2254” wurde gestrichen. Sehr schnell bildete sich im sozialen Netzwerk “Facebook” eine Gruppe, die für den Erhalt der Sendung kämpfte und zehn Tage nach der letzten Sendung weiterhin aktiv ist. Kurz vor dieser letzten Sendung wurde zudem eine Online-Petition gegen die Streichung der nächtlichen Gesprächssendung gestartet. Bis heute haben bereits über 2000 Unterstützer unterzeichnet, die Zahl der täglich hinzukommenden Unterschriften geht jedoch zurück. Beim Kurznachrichtendienst “Twitter” findet der Protest unter dem Hashtag “#rettet2254” statt. Zwar nicht von 2000 Leuten, aber einige Hörer der Sendung twittern täglich und äußern damit ihre Kritik an der Reform.
Auch ich habe die Sendung immer gerne gehört und mich von Zeit zu Zeit auch selbst beteiligt. Durch die Meinungsvielfalt und die Lebenserfahrungen der Anrufer wurde die Sendung fester Bestandteil meines Medienkonsums. Über vier Jahre schaltete ich regelmäßig um 1 Uhr das Radiogerät ein. Für mich hat die Programmreform des Deutschlandradios so nur einen wirklichen Vorteil: Ich habe eine Stunde mehr Schlaf. 🙂

Der große Hype um große Fußballturniere

Alle zwei Jahre steht ein großes Fußballturnier an und selbst Leute, denen Fußball ansonsten das ganze Jahr egal ist, interessieren sich für Fußball. Ich finde ja, daß wahre Fans auch während der Ligasaison zugucken oder -hören, zum Beispiel am Samstagnachmittag die hervorragende Konferenzschaltung des ARD-Hörfunks. Das sind mehr Spiele und ist mindestens genauso spannend als ein Monat mit 32, 48 oder 64 Länderspielen. Nur das “Public Viewing” (das eigentlich “Leichenschau” bedeutet), das fehlt allermeistens. Entweder sind den Veranstaltern dafür die Rechte zu teuer oder das Interesse ist kleiner.
Vielleicht interessieren sich die Fußballmuffel auch im Sommer nicht dafür, entkommen der ganzen Sache aber nicht? Egal welcher Radiosender, welcher Fernsehsender, welche Zeitung … auf allen großen Sendern und in allen Tageszeitungen ist der Sport allgegenwärtig. Wird man dann automatisch zum Fan, nur um keine schlechte Laune zu haben?
Und was macht der Fußballfan, dem es irgendwann zu viel wird? Während der Saison hat er (oder sie) wochentags meist Pause. Zeit, um den Kopf von Fußball freizubekommen und ihn so bereitzumachen auf die nächste Portion Sport am Wochenende. Während eines großen Turnieres ist dies nicht möglich. Wird mal nicht gespielt, dann gibt´s eben Nach- oder Vorberichte.
Die öffentlich-rechtlichen Sender lassen ihre Fernsehnachrichten auch gerne mal wegen der Spiele früher, später oder auch kürzer laufen. Immerhin geht es dann in den Kurzausgaben nicht so sehr um Fußball. Gut für RTL, deren Nachrichten um 18:45 Uhr anfangen und damit genau in der Halbzeitpause eines 18-Uhr-Spiels liegen. Das hat dem Sender aus Köln gute Quoten gebracht, wie DWDL.de berichtet.
Und wenn der Zuschauer dann doch mal Werbung guckt, zum Beispiel in der Halbzeitpause, dann hört er derzeit ständig “WM”. Gemeint ist damit natürlich die Fußballweltmeisterschaft, obwohl die Abkürzung nichts über die Sportart aussagt.
Zum Abschluß noch ein Tipp für alle, die sich über die Fernsehkommentatoren aufregen: Bei einigen Spielen bieten ARD und ZDF auf der zweiten Tonoption die Radioreportage des ARD-Hörfunks an. Ich finde zwar die Fernsehleute gut, aber die Radioreporter noch besser! 😉