10.000 folgen @medienmagazin

Heute am frühen Abend war es soweit: Die Zahl der Follower des Accounts “@medienmagazin” auf der Plattform “Twitter” stieg auf 10.000. Das Benutzerkonto gehört zum Medienmagazin auf “radioeins”, in dem Jörg Wagner wöchentlich am Samstagabend aktuelle Medienthemen ausführlich behandelt. Anders als bei vielen anderen ARD-Landesrundfunkanstalten läuft beim “rbb” das Medienmagazin nicht primär auf der Infowelle, sondern im Musikprogramm “radioeins” und erst als Zusammenfassung tags darauf im “inforadio”. Oft gehörte Studiogäste sind die bekannten Medienjournalisten Vera Linß und Daniel Bouhs.

Sendehinweis: “Medienmagazin” auf “radioeins”. Samstags, 18 Uhr.

Dabarsblog 2014 – Die Kolumne zum Jahresende

Besonders in diesem Jahr ist wieder zu beobachten, daß Jahresrückblicke im Fernsehen viel zu früh laufen. Denn die drei großen Sender in Deutschland waren schon durch mit ihren Rückblicken und es passierte noch einiges, was man auch als “großes Ereignis” bezeichnen kann. Erstaunlicherweise sind die Jahresrückblicke von Kabarettisten meist nach den großen Rückschau-Sendungen und damit aktueller.

Und Schluß!

Was also bleibt von diesem Jahr in den Medien noch übrig? 2014 war das Jahr, in dem “Wetten dass” eingestellt wurde, in dem die “Tagesschau” in ein neues Studio umgezog, in dem einige Menschen das Vertrauen in die sogenannten “Leitmedien” verloren haben, in dem “2254” auf Deutschlandradio Kultur eingestellt wurde, in dem ich mir zwei temporäre Studios angucken durfte (eins auf der Funkausstellung in Berlin, das andere verrate ich nicht ;-)) und in dem ich eine Wochenzeitung abonniert habe. Ein bisschen darf man ja wohl den Tod der gedruckten Zeitung herauszögern – Oder ruft das Papier schon nach Sterbehilfe?

ein Stapel Printerzeugnisse von der Seite betrachtet
ein Stapel Printerzeugnisse

“Filterblase”? Ohne mich!

Warum ich Zeitung lese? Aus demselben Grund, aus dem ich auch Radio höre und Fernsehen schaue: Ich möchte nicht in einer “Filterblase” leben. Scheint ja Leute zu geben, die nur noch das lesen, was ihnen Internetseiten oder Freunde empfehlen.

Apropos: Bei Leuten, die in sozialen Netzwerken nur noch blöde Filmchen (meist nichtmal “Catcontent”!) oder Fotos mit der Lebensabschnittsgefährtin teilen, entferne ich sofort das Häkchen bei “Abonnement”. Das hat für mich keine brauchbare Information …

Zurück aber zur sogenannten “Filterblase”: Die entsteht teilweise auch, wenn Leute eine politische Meinung haben, aber bloß nix von Leuten hören oder lesen wollen, die eine andere Meinung haben. Dabei sollte man schon alleine deswegen die Argumente Gegenseite kennen, um sie widerlegen zu können. “Ich liege mit meiner Meinung richtig.” ist kein ein ausreichendes Argument, auch wenn das vielleicht manche glauben.

Das will ich aber nicht weiter ausbauen, sondern lieber friedlich bleiben. Es ist ja schließlich noch Weihnachten. Denn Weihnachten dauert ja – wie Reinhard Mey singt – 12 Tage. Und warum weiß ich das? Weil ich nicht in der Blase lebe, sondern meinen Horizont erweitere, wie zum Beispiel mit den Sendungen “Sonntagmorgen” und “Feiertagsmorgen” im Deutschlandradio Kultur. In letzterer gab’s am vergangenen Donnerstag das Lied von Reinhard Mey.

Alte Medien leben weiter

Wenn ich hingegen im ÖPNV sitze, dann könnte ich fast wetten, daß die Leute um mich herum nicht einen Radiosender mit so breiter Musikauswahl hören. Und außerdem bin ich wohl der einzige, der – wenn er denn im Zug oder im Bus überhaupt etwas elektronisches hört – Deutschlandfunk oder den Medienmagazin-Podcast von “radioeins” hört. Trotzdem sehe ich dann genauso aus wie alle anderen mit ihren Apparaten am Ohr. Um mich von denen abzugrenzen, lasse ich gerne das Smartphone stecken und lese auch gerne mal eine gedruckte Zeitung. Welcher Mensch unter 20 liest denn noch im Zug eine gedruckte Zeitung? Und wenn man in einem Zug auffällt dann heutzutage eher, wenn man gerade kein Smartphone in der Hand hat. Ja, ich bin manchmal doch sehr altmodisch …

Trotzdem wird’s auch für mich spannend, wie das neue Jugendangebot der öffentlich-rechtlichen Sender im Netz wird. Während die digitalen Zusatzkanäle von ARD und ZDF schon gute Sendungen auch für Jugendliche bieten, ist die Qualität der Jugendwellen der ARD nicht überall gleich. Ein gutes Programm aus diesem Bereich ist zum Beispiel “Puls” vom Bayerischen Rundfunk. Hoffen wir mal, daß die dann einiges beitragen. 😉

Werbung in ihrer nervigsten Form

Und das schönste ist ja am öffentlich-rechtlichen Internet: Es ist werbefrei. Auf immer mehr Seiten ploppt nach ein paar Sekunden Lesen ein Video auf bzw. irgendwo auf der Seite startet ein Video. Leider sogar mit Ton. Das was ich eigentlich im Hintergrund auf dem Tablet höre und auch hören will wird dann einfach abgeschaltet. Danke. Als würden diese blinkenden Grafiken nicht reichen.

Mehr Abwechslung!

Und gerne nochmal: Ich bin für mein Alter doch eher altmodisch und beim Medienkonsum auch nicht der Durchschnitt. Ich gucke sonntags keinen Krimi und schalte beim Fußball lieber die Radioreporter ein. Aber es wäre ja auch langweilig, wenn alle die gleichen Interessen hätten, oder? 😉

Mehr als ich wissen wollte …

Seit gestern Abend wissen wir nun also auch, wann unsere Kontakte eine Nachricht beim Messenger “Whatsapp” gelesen haben. Aber wissen wir auch was sie tun, wenn sie uns nicht schreiben? Bei manchen Hobbys will man es nicht wissen. Aber wenn doch, dann müssen wir nicht darauf warten, bis irgendwo ein Foto erscheint, auf dem sie bei der Tätigkeit zu sehen sind. Denn dank der “Geschlossenen Gruppen” beim sozialen Netzwerk “Facebook” wissen wir mehr als unsere Freunde uns vielleicht erzählen wollen. Ja, richtig gelesen, bei “geschlossenen”.

Viele haben sicher schon Empfehlungen für Gruppen bekommen, in denen sie gar nichts zu suchen haben. Nur, weil Freunde drin sind, heißt das nämlich noch lange nicht, daß diese Gruppen für einen selbst interessant sind! Logisch, denn wer will denn unbedingt bei der freiwilligen Feuerwehr des Freundes mitmachen, der 100 km weiter weg wohnt? Extra umziehen, um Gutes zu tun? Oder wie soll man zu einer Abschlussklasse 2009 in Köln gehören, wenn man z. B. selbst doch erst 2010 einen Abschluss gemacht hat – und den in Hamburg? Zeit zurückdrehen und dann dort hingehen geht wohl schlecht. Aber bei manchen Gruppen sagt der Name nicht unbedingt viel aus und bei anderen frage ich mich, warum man diese nicht als “geheim” definiert, denn dann darf ich die nämlich gar nicht sehen. Aber wenn die nicht “geheim” sind, dann sehe ich die logischerweise – und zwar alle. Und das in einer zusätzlichen Übersicht, in der die Gruppen der Freunde aufgelistet sind! In der aktuellen Version der App zu finden unter dem Menüpunkt “neue Gruppen finden”. Und so weiß ich, in welchem Sportverein der eine ist und welches Hobby die andere. Dasselbe gilt für politische Einstellungen.

schwarze Tastatur mit weißen Buchstaben

Hier mal eine kommentierte Liste einiger Beispiele – (und extra mit Punkten anstatt mit Zahlen, soll ja schließlich keine Rankingshow werden):

HINWEIS: Bei sämtlichen Beispielen sind nicht die originalen Gruppennamen verwendet worden sondern ähnliche. Falls diese geänderten Namen dennoch Namen einiger echter Gruppen sind (was bei einigen Namen gut sein kann …), dann ist das rein zufällig und keine Absicht.

  • “Wenn wir 10.000 sind, dann bewirbt sich Nina bei [TV-Show]” – eine Petition als Gruppe?
  • “Fotos” – Ahja …
  • “Gründonnerstag” – Was sagt uns das?
  • “Häkeln wie in der Wüste” – geht Häkeln in der Wüste anders als im Gebirge oder auf einem Schiff?
  • “Thommy geht in die Mongolei” – Gute Reise! Und dafür eine für jeden sichtbare Gruppe?
  • “Saschas Bachelorarbeit” – Kriegt der da Hilfestellungen?
  • “Diplomingeneur” – Eine Gruppe, benannt nach einem Abschluss …
  • “Weihnachtsgeschenk für Natascha” – Sehr toll sowas nicht geheim zu machen. Wenn Natascha mitbekommt, dass ihre Freunde zusammen ein Geschenk für sie planen … dann ist die Überrschung weg. Und eine Empfehlung für die Gruppe bekommt sie am PC vielleicht auch …
  • “Grundschul-Abschlußklasse 1993 Berlin” – für alle irrelevant, die es nicht betrifft – also 99,99 % aller User.
  • “Tenniskurs von Markus” – gibt’s wahrscheinlich einige
  • “So ein Blödsinn!” – denke ich auch bei so manchen Gruppennamen …
  • “Musik der 68er” – Ja, was ist damit?
  • “[Automarke]-Fans NRW!” – Machen die ein Fantreffen vor dem Werkstor?
  • “komm zurück!” – liest derjenige bzw. diejenige das?

Aber wozu diese Empfehlungen? Ich denke mal, in die wichtigsten Gruppen laden einen die Freunde doch gerne ein. Aber die Gruppen der Vereine aus den ganzen Nachbarsorten? Nein, danke. So viel Geld für Mitgliedsbeiträge habe ich gar nicht um denen alle beizutreten. 😉

Die einfachste journalistische Leistung der Welt

Ab Ende März gilt die Mitteleuropäische Sommerzeit also zeigt die Uhr eine Stunde später und die Menschen müssen früher aufstehen, ab Ende Oktober die Mitteleuropäische Zeit und die Uhr zeigt eine Stunde früher, also bleibt man länger liegen. Soweit die Fakten. Das Zurückstellen war heute wieder – und es gibt Redaktionen aller Fernsehsendungen und aller Zeitungen die Chance, ohne große Recherche Sendezeit bzw. Papier zu füllen. Meist passiert das mit einem Einleitungssatz, dann wird beschrieben, in welche Richtung gedreht wird und vielleicht noch seit wann gedreht wird und ergänzt um einen Satz der beschreibt, dass die Umstellung umstritten ist. Jedes Jahr aufs Neue. Die Meldung lässt sich danach also prima beiseite legen und einige Monate später leicht abgeändert (die Drehrichtung) erneut vorzulesen oder abzudrucken.

Alles ganz einfach möge man meinen – und dennoch passieren Ungenauigkeiten. Die “Tagesschau” vom 25. Oktober 2014 spricht zum Beispiel von “Winterzeit” (bei 13:26 min. im Video, siehe http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-5091.html, Meldung ab 13:17 min.). Korrekter wäre “Mitteleuropäische Zeit” oder “Normalzeit”. Denn “Winterzeit” ist nur der umgangssprachliche Begriff.

Und da die Umstellung wohl nie ein Ende hat, gibt’s eine ähnliche Meldung wieder im März – aber da kann nichts schliefgehen: Sommerzeit heißt Sommerzeit. Zumindest in Deutschland. Auf Englisch heißt das Zeug nämlich “Daylight Saving Time”. Und wer will es hier schon “Tageslichtspeicherzeit” nennen?

 

Ergänzung 27.10.2014 0:44 Uhr: Falls sich frühe Leser und Leserinnen fragen: Warum hat er den Beitrag rückdatiert? Ganz einfach: Veröffentlicht hab ich ihn bereits am Sonntag, als Datum wurde aber noch die Sommerzeit verwendet und danach war schon Montag und so wurde als Veröffentlichungsdatum der Montag eingetragen. Ich hatte eigentlich gehofft, dass die Daten in UTC (also in Weltzeit) gespeichert und dann umgerechnet werden, das war aber nicht der Fall. Und so schaue ich mich mal nach der Einstellung oder einem Plugin um, das mir automatisch die Uhr im Blog umstellt … Da stellt man endlos viele Uhren um aber im Blog vergisst man es dann, weil man denkt es gehe automatisch …

Plädoyer für mehr Ehrlichkeit in den Medien

Kommt es mir nur so vor, oder vergessen in der letzten Zeit die Moderatoren öfter mal dazuzusagen, dass ein bestimmtes Interview vor der Sendung aufgezeichnet wurde? Wo bitte liegt denn das Problem, das nicht zu tun? Im Fernsehen einfach nur nicht “live” einblenden reicht mir persönlich nicht aus! Besonders genügt es mir dann nicht, wenn ich in den gleichen Sendungen früher öfter mal einen Spruch gehört habe, der auf eine solche Aufzeichnung hindeutet.

Besonders im Radio scheint es ja auch gängige Praxis zu sein, dass ein Reporter einfach mehrere Antworten vorbereitet und der Moderator nur noch die entsprechenden Antworten einspielen muss. So klingt das zwar wie ein Gespräch zwischen Moderator und Reporter, ist aber oft keins. Besonders interessant, wenn dann die falsche Antwort ertönt – wie erst kürzlich in einem Radioprogramm passiert.

Und ja, ich habe hier extra keine Beispiele genannt, weil ich keine Sendeanstalt anprangern will, sondern einfach nur appellieren es besser zu machen.

Jemand, der vorbildlich Interviews führt, ist zum Beispiel Jörg Wagner in seinem Medienmagazin auf radioeins. In seiner Sendung vom 21. Juni dieses Jahres erklärte er ganz genau, wie und warum genau auf diese Art und Weise ein Interview zum Leistungsschutzrecht entstanden ist. Genau so stelle ich mir das vor! 🙂

Musikbetten sind oft nicht professionell, sondern unnötig!

… und das ist meine Meinung!

Man hört sie überall: Im “Serviceblock” im Radio, am Anfang einer Sendung, während einer Moderation und sogar während den Nachrichten.

Aber wozu dieses Hintergrundgedudel? Sogar während TV-Reportagen läuft Musik im Hintergrund! Musik einbauen kostet Geld – Warum also nicht die Musik weglassen und mit dem gesparten Geld noch bessere Sendungen machen? Wenn ich eine Dokumentation oder eine Reportage anschaue, dann ist das ein Informationsformat. Eine musikfreie Version enthält nicht weniger Information als eine mit Gedudel!

Beispiel: Das Sendeteam reist in eine gefährliche Gegend – welche Musik kommt? Genau, sicher keinen Schlager. Eine Infografik wird eingeblendet – was hören wir außer der erklärenden Stimme? Richtig! Hier wird’s schon melodischer. Wer öfter solche Sendungen schaut kennt das. Aber: Das ist kein Spielfilm! Er klingt nur so! Mir ist kein Preis für die “Beste Musik in einem Informationsformat” bekannt – wozu also diese Mühe?

Notenzettel mit Beschriftung
Notenzettel mit Beschriftung

Das gleiche gilt übrigens für Radionachrichten besonders auf den Sendern, die das jüngere Publikum ansprechen sollen bzw. wollen: Gerne läuft dort mal die ganze Sendung lang irgendwas im Hintergrund. Liebe Sender: Soll das etwa “modern” sein? Wollt ihr damit eher das junge Publikum erreichen? Habt ihr Angst dass die “digital natives” umschalten, weil sie mal einige Minuten keine Musik hören? Ich bin unter 20 und höre mir lieber die Nachrichten im Deutschlandfunk an als Meldungen mit Pauken und Getute dahinter. Da werden die Nachrichten gelesen, ohne Musik hintendran. Übrigens auch nicht während Wetter und Verkehr – Musik kommt nur als Trenner dazwischen. Da steht die Information an erster Stelle.

Und einige Sender scheinen es sehr gut zu meinen mit der Musik und unterlegen auch noch viele Moderationen mit ihr. Mir ist das zu hektisch und zu viel. Aber an einer Stelle lasse ich mir das gerne mal gefallen: Am Anfang einer Sendung. Die Erkennungsmusik ertönt, die Musik läuft weiter, der Modertor bzw. die Moderatorin fängt an zu sprechen. Doch spätestens, wenn alle einleitenden Worte gesagt sind und die Themen der Sendung klar sind, dann sollte doch bitte die Musik verklingen. Bis Sendungsende oder nächstem gespielten Song.

Wenn das hier ein Verantwortlicher bzw. eine Verantwortliche eines Senders liest und meint, Musikbetten würden auch an die Stellen gehören, an denen ich sie ablehne, der/die schreibe mir bitte eine Mail. E-Mail-Adresse finden Sie unter “Kontakt”. Danke. 🙂

DAB+ – der neue Standard im Radio?

Radio ist schnell, schneller als Fernsehen und um einiges schneller als die Zeitung. Dennoch gibt’s je nach Übertragungsweg unterschiedliche Verzögerungen. Jeder kennt das vom Fernsehen: Der Nachbar bzw. die Nachbarin freut sich beim Fußballspiel früher oder später als man selbst. Beträgt die Verzögerung nicht einige Minuten, dann darf man davon ausgehen, dass da kein Timeshift aktiviert ist, sondern ein anderer Empfangsweg benutzt wird. So ist z. B. analoges Kabel schneller als digitales Kabel. Genauso ist das beim Radio: Wer über UKW einschaltet, der kann sich – sofern der Sender pünktlich ist – bei den Nachrichten seine Uhr genau stellen. Noch schneller wäre die Mittelwelle, über die es aber in Deutchland immer weniger zu hören gibt. Bei DAB+ sieht das anders aus: Aufgrund der größeren Verzögerung hört man den Ton zur vollen Stunde erst einige Sekunden später. Praktisch der einzige Grund, warum ich Fußball gerne über UKW höre – ich wäre ja sonst zu spät dran! 😉

Aber ansonsten höre ich Radio über DAB+. Warum? Meine Lieblingsprogramme gibt’s nicht über UKW. Das analoge Band ist voll von mehr oder weniger guten Programmen. Meine Lieblingsprogramme sind hingegen schwer bis gar nicht zu empfangen: Auf der Frequenz vom Deutschlandfunk hab ich Rauschen dabei, bei der Frequenz von Deutschlandradio Kultur muß ich die Antenne richtig ausrichten. Drehe ich sie in die andere Richtung, dann höre ich anstelle von Deutschlandradio zwei Programme des SWR auf einmal. Liegt vielleicht auch an meinem Empfangsgerät. Und das hörenswerte Informationsprogramm des SWR? Das ist hier gar nicht auf UKW zu empfangen. Um also bei der Umstellung von “SWR cont.ra” auf “SWRinfo” die Infonacht der ARD weiterhin empfangen zu können, kaufte ich mir einen (mittlerweile kaputten) digitalen Empfänger.

So konnte ich die Programme des sogenannten “Landesmux” hervorragend empfangen. Der nächste Sendeturm hierfür steht immerhin in Kaiserslautern. Die Programme des Deutschlandradios senden aber auf dem “Bundesmux”, für den es noch keinen Sender in Kaiserslautern gibt. So muss ich da wieder etwas mit der Antenne tricksen und das Radio an die richtige Stelle im Raum platzieren. Mit einem DAB+-Stick empfange ich die bundesweiten Programme derzeit nur, wenn ich die Antenne so “ausrichte”:

DAB-Antenne an Uhr
Antenne an Uhr

Außerdem muß das Kabel auch noch entsprechend nebendrangehängt werden (das ist übrigens hinter der Uhr und deshalb nicht zu sehen). Zum Glück kann sich das Kabel durch das Bücherregal schlängeln, das nebendran steht. Aber bald soll ja das Netz komplett ausgebaut sein und dann kann die ich Antenne einfach irgendwo hinstellen.

Und wenn mal der Empfang gestört ist? Dann blubbert es oder der Empfang geht ganz weg, wobei der letzte Ton manchmal einen kurzen Hall hinterlässt. Ein Rauschen hab ich noch nie vernommen, aber mit einem kleinen Taschenradio ein seltsames Pfeifen. Ob´s am Gerät lag? Allgemein hab ich festgestellt: Umso größer und umso teurer das Gerät, umso besser empfange ich die digitalen Programme.

Die mit dem Internet aufgewachsene Generation wird sich nach diesem Artikel fragen: Warum das ganze, ich hab doch Netz?! Ja, genau. Aber hört darüber mal längere Zeit einen Radiostream. Da kann schnell das Volumen aufgebraucht sein bzw. das ganze eine Menge Geld kosten. Mit einem DAB+-Empfänger kostet es nur den Preis des Geräts und die Stromkosten dafür. Ich muss zugeben, dass der Verbrauch bei kleinen Radios mit Batterie höher ist als bei Analoggeräten, aber der Empfang selbst ist – anders als mobiles Internet meistens – ungedrosselt und unbegrenzt kostenlos! Man zahlt nichts extra, nur den Rundfunkbeitrag – aber der muss sowieso gezahlt werden.

Mir selbst ist egal wie der Empfangsweg der Zukunft heißt. Hauptsache, ich kann meine Lieblingsprogramme terrestrisch und ohne Zusatzkosten empfangen. Dann bin ich zufrieden! 🙂

Nach dem Aus der “Nachtgespräche” im Deutschlandradio Kultur

Zum 21. Juni 2014 änderte Deutschlandradio Kultur sein Programm. Alte Sendungen fielen weg, neue kamen dazu. Das bisher ausgestrahlte “Radiofeuilleton” – eine Mischung aus Gespräch, Literatur und Musik – wurde in entsprechende Einzelsendungen aufgeteilt. So weit, so gut.
Einige Kritik gibt’s allerdings zu einer Änderung im Nachtprogramm: Die bisher ausgestrahlte Hörertalksendung “2254” wurde gestrichen. Sehr schnell bildete sich im sozialen Netzwerk “Facebook” eine Gruppe, die für den Erhalt der Sendung kämpfte und zehn Tage nach der letzten Sendung weiterhin aktiv ist. Kurz vor dieser letzten Sendung wurde zudem eine Online-Petition gegen die Streichung der nächtlichen Gesprächssendung gestartet. Bis heute haben bereits über 2000 Unterstützer unterzeichnet, die Zahl der täglich hinzukommenden Unterschriften geht jedoch zurück. Beim Kurznachrichtendienst “Twitter” findet der Protest unter dem Hashtag “#rettet2254” statt. Zwar nicht von 2000 Leuten, aber einige Hörer der Sendung twittern täglich und äußern damit ihre Kritik an der Reform.
Auch ich habe die Sendung immer gerne gehört und mich von Zeit zu Zeit auch selbst beteiligt. Durch die Meinungsvielfalt und die Lebenserfahrungen der Anrufer wurde die Sendung fester Bestandteil meines Medienkonsums. Über vier Jahre schaltete ich regelmäßig um 1 Uhr das Radiogerät ein. Für mich hat die Programmreform des Deutschlandradios so nur einen wirklichen Vorteil: Ich habe eine Stunde mehr Schlaf. 🙂

Der große Hype um große Fußballturniere

Alle zwei Jahre steht ein großes Fußballturnier an und selbst Leute, denen Fußball ansonsten das ganze Jahr egal ist, interessieren sich für Fußball. Ich finde ja, daß wahre Fans auch während der Ligasaison zugucken oder -hören, zum Beispiel am Samstagnachmittag die hervorragende Konferenzschaltung des ARD-Hörfunks. Das sind mehr Spiele und ist mindestens genauso spannend als ein Monat mit 32, 48 oder 64 Länderspielen. Nur das “Public Viewing” (das eigentlich “Leichenschau” bedeutet), das fehlt allermeistens. Entweder sind den Veranstaltern dafür die Rechte zu teuer oder das Interesse ist kleiner.
Vielleicht interessieren sich die Fußballmuffel auch im Sommer nicht dafür, entkommen der ganzen Sache aber nicht? Egal welcher Radiosender, welcher Fernsehsender, welche Zeitung … auf allen großen Sendern und in allen Tageszeitungen ist der Sport allgegenwärtig. Wird man dann automatisch zum Fan, nur um keine schlechte Laune zu haben?
Und was macht der Fußballfan, dem es irgendwann zu viel wird? Während der Saison hat er (oder sie) wochentags meist Pause. Zeit, um den Kopf von Fußball freizubekommen und ihn so bereitzumachen auf die nächste Portion Sport am Wochenende. Während eines großen Turnieres ist dies nicht möglich. Wird mal nicht gespielt, dann gibt´s eben Nach- oder Vorberichte.
Die öffentlich-rechtlichen Sender lassen ihre Fernsehnachrichten auch gerne mal wegen der Spiele früher, später oder auch kürzer laufen. Immerhin geht es dann in den Kurzausgaben nicht so sehr um Fußball. Gut für RTL, deren Nachrichten um 18:45 Uhr anfangen und damit genau in der Halbzeitpause eines 18-Uhr-Spiels liegen. Das hat dem Sender aus Köln gute Quoten gebracht, wie DWDL.de berichtet.
Und wenn der Zuschauer dann doch mal Werbung guckt, zum Beispiel in der Halbzeitpause, dann hört er derzeit ständig “WM”. Gemeint ist damit natürlich die Fußballweltmeisterschaft, obwohl die Abkürzung nichts über die Sportart aussagt.
Zum Abschluß noch ein Tipp für alle, die sich über die Fernsehkommentatoren aufregen: Bei einigen Spielen bieten ARD und ZDF auf der zweiten Tonoption die Radioreportage des ARD-Hörfunks an. Ich finde zwar die Fernsehleute gut, aber die Radioreporter noch besser! 😉