Mondfinsternis Juni 2011

Falls es jemandem aufgefallen ist: Aufgrund eines Updatefehlers bei einem Plugin war der Blog leider eine Zeit lang down. Darf mir aber hoffentlich auch mal passieren, “Facebook” war ja für viele am vergangenen Abend zeitweise ebenfalls nicht erreichbar. Ist ja auch nicht direkt meine Schuld wenn ein automatisches Update schief läuft, ich bin ja nicht der Hersteller der Software … 😉

Aber nun hier, als Bonus zur Live-Berichterstattung von letzter Nacht: Das Ende der Mondfinsternis vom Juni 2011 als animiertes GIF in 1000facher Geschwindigkeit:

Mondfinsternis 2011 als animiertes GIF in 1000facher Geschwindigkeit

“Armes Deutschland”?

Kaum ein anderes Thema betrifft uns in Deutschland so direkt wie die Diskussion um die Verteilung der Flüchtlinge. Sophia Muntermann mit einem aufrüttelnden Kommentar:

“Armes Deutschland”
– wenn ich den Satz nochmal irgendwo lese, werd ich verrückt!
Ihr lebt in Deutschland. Wo man eine Krankenversicherung hat, man kann zum Arzt gehen und wird behandelt.
Wo man Geld bekommt, wenn man keine Arbeit findet und nicht unter der Brücke schlafen muss.
Wo man Versicherungen hat, die eine Ersatzunterkunft bieten falls das Haus mal abbrennt.
Wo man in Frieden leben kann ohne aktiven Krieg!
Ja das ist alles verbesserungswürdig – jeder sollte von seinem Job leben können.
Ja wir zahlen steuern und ja der Staat gibt Geld aus für die Unterkunft der Flüchtlinge. Aber die kommen hier her, weil sie nicht in Ruhe leben können, weil sie Angst haben müssen in ihrem Land zu sterben.
Sollten wir nicht die Menschen, die sowieso traumatisiert sind, mit offenen Armen empfangen? Was würdet ihr machen in so einer Situation?
Wir haben so viel! Können uns nicht entscheiden was wir morgens in der Bäckerei zu essen kaufen.
Es ist an der Zeit mal ein bisschen Luxus zu teilen.
Kein Mensch ist illegal – Refugees welcome!

10.000 folgen @medienmagazin

Heute am frühen Abend war es soweit: Die Zahl der Follower des Accounts “@medienmagazin” auf der Plattform “Twitter” stieg auf 10.000. Das Benutzerkonto gehört zum Medienmagazin auf “radioeins”, in dem Jörg Wagner wöchentlich am Samstagabend aktuelle Medienthemen ausführlich behandelt. Anders als bei vielen anderen ARD-Landesrundfunkanstalten läuft beim “rbb” das Medienmagazin nicht primär auf der Infowelle, sondern im Musikprogramm “radioeins” und erst als Zusammenfassung tags darauf im “inforadio”. Oft gehörte Studiogäste sind die bekannten Medienjournalisten Vera Linß und Daniel Bouhs.

Sendehinweis: “Medienmagazin” auf “radioeins”. Samstags, 18 Uhr.

Dabarsblog 2014 – Die Kolumne zum Jahresende

Besonders in diesem Jahr ist wieder zu beobachten, daß Jahresrückblicke im Fernsehen viel zu früh laufen. Denn die drei großen Sender in Deutschland waren schon durch mit ihren Rückblicken und es passierte noch einiges, was man auch als “großes Ereignis” bezeichnen kann. Erstaunlicherweise sind die Jahresrückblicke von Kabarettisten meist nach den großen Rückschau-Sendungen und damit aktueller.

Und Schluß!

Was also bleibt von diesem Jahr in den Medien noch übrig? 2014 war das Jahr, in dem “Wetten dass” eingestellt wurde, in dem die “Tagesschau” in ein neues Studio umgezog, in dem einige Menschen das Vertrauen in die sogenannten “Leitmedien” verloren haben, in dem “2254” auf Deutschlandradio Kultur eingestellt wurde, in dem ich mir zwei temporäre Studios angucken durfte (eins auf der Funkausstellung in Berlin, das andere verrate ich nicht ;-)) und in dem ich eine Wochenzeitung abonniert habe. Ein bisschen darf man ja wohl den Tod der gedruckten Zeitung herauszögern – Oder ruft das Papier schon nach Sterbehilfe?

ein Stapel Printerzeugnisse von der Seite betrachtet
ein Stapel Printerzeugnisse

“Filterblase”? Ohne mich!

Warum ich Zeitung lese? Aus demselben Grund, aus dem ich auch Radio höre und Fernsehen schaue: Ich möchte nicht in einer “Filterblase” leben. Scheint ja Leute zu geben, die nur noch das lesen, was ihnen Internetseiten oder Freunde empfehlen.

Apropos: Bei Leuten, die in sozialen Netzwerken nur noch blöde Filmchen (meist nichtmal “Catcontent”!) oder Fotos mit der Lebensabschnittsgefährtin teilen, entferne ich sofort das Häkchen bei “Abonnement”. Das hat für mich keine brauchbare Information …

Zurück aber zur sogenannten “Filterblase”: Die entsteht teilweise auch, wenn Leute eine politische Meinung haben, aber bloß nix von Leuten hören oder lesen wollen, die eine andere Meinung haben. Dabei sollte man schon alleine deswegen die Argumente Gegenseite kennen, um sie widerlegen zu können. “Ich liege mit meiner Meinung richtig.” ist kein ein ausreichendes Argument, auch wenn das vielleicht manche glauben.

Das will ich aber nicht weiter ausbauen, sondern lieber friedlich bleiben. Es ist ja schließlich noch Weihnachten. Denn Weihnachten dauert ja – wie Reinhard Mey singt – 12 Tage. Und warum weiß ich das? Weil ich nicht in der Blase lebe, sondern meinen Horizont erweitere, wie zum Beispiel mit den Sendungen “Sonntagmorgen” und “Feiertagsmorgen” im Deutschlandradio Kultur. In letzterer gab’s am vergangenen Donnerstag das Lied von Reinhard Mey.

Alte Medien leben weiter

Wenn ich hingegen im ÖPNV sitze, dann könnte ich fast wetten, daß die Leute um mich herum nicht einen Radiosender mit so breiter Musikauswahl hören. Und außerdem bin ich wohl der einzige, der – wenn er denn im Zug oder im Bus überhaupt etwas elektronisches hört – Deutschlandfunk oder den Medienmagazin-Podcast von “radioeins” hört. Trotzdem sehe ich dann genauso aus wie alle anderen mit ihren Apparaten am Ohr. Um mich von denen abzugrenzen, lasse ich gerne das Smartphone stecken und lese auch gerne mal eine gedruckte Zeitung. Welcher Mensch unter 20 liest denn noch im Zug eine gedruckte Zeitung? Und wenn man in einem Zug auffällt dann heutzutage eher, wenn man gerade kein Smartphone in der Hand hat. Ja, ich bin manchmal doch sehr altmodisch …

Trotzdem wird’s auch für mich spannend, wie das neue Jugendangebot der öffentlich-rechtlichen Sender im Netz wird. Während die digitalen Zusatzkanäle von ARD und ZDF schon gute Sendungen auch für Jugendliche bieten, ist die Qualität der Jugendwellen der ARD nicht überall gleich. Ein gutes Programm aus diesem Bereich ist zum Beispiel “Puls” vom Bayerischen Rundfunk. Hoffen wir mal, daß die dann einiges beitragen. 😉

Werbung in ihrer nervigsten Form

Und das schönste ist ja am öffentlich-rechtlichen Internet: Es ist werbefrei. Auf immer mehr Seiten ploppt nach ein paar Sekunden Lesen ein Video auf bzw. irgendwo auf der Seite startet ein Video. Leider sogar mit Ton. Das was ich eigentlich im Hintergrund auf dem Tablet höre und auch hören will wird dann einfach abgeschaltet. Danke. Als würden diese blinkenden Grafiken nicht reichen.

Mehr Abwechslung!

Und gerne nochmal: Ich bin für mein Alter doch eher altmodisch und beim Medienkonsum auch nicht der Durchschnitt. Ich gucke sonntags keinen Krimi und schalte beim Fußball lieber die Radioreporter ein. Aber es wäre ja auch langweilig, wenn alle die gleichen Interessen hätten, oder? 😉

Mehr als ich wissen wollte …

Seit gestern Abend wissen wir nun also auch, wann unsere Kontakte eine Nachricht beim Messenger “Whatsapp” gelesen haben. Aber wissen wir auch was sie tun, wenn sie uns nicht schreiben? Bei manchen Hobbys will man es nicht wissen. Aber wenn doch, dann müssen wir nicht darauf warten, bis irgendwo ein Foto erscheint, auf dem sie bei der Tätigkeit zu sehen sind. Denn dank der “Geschlossenen Gruppen” beim sozialen Netzwerk “Facebook” wissen wir mehr als unsere Freunde uns vielleicht erzählen wollen. Ja, richtig gelesen, bei “geschlossenen”.

Viele haben sicher schon Empfehlungen für Gruppen bekommen, in denen sie gar nichts zu suchen haben. Nur, weil Freunde drin sind, heißt das nämlich noch lange nicht, daß diese Gruppen für einen selbst interessant sind! Logisch, denn wer will denn unbedingt bei der freiwilligen Feuerwehr des Freundes mitmachen, der 100 km weiter weg wohnt? Extra umziehen, um Gutes zu tun? Oder wie soll man zu einer Abschlussklasse 2009 in Köln gehören, wenn man z. B. selbst doch erst 2010 einen Abschluss gemacht hat – und den in Hamburg? Zeit zurückdrehen und dann dort hingehen geht wohl schlecht. Aber bei manchen Gruppen sagt der Name nicht unbedingt viel aus und bei anderen frage ich mich, warum man diese nicht als “geheim” definiert, denn dann darf ich die nämlich gar nicht sehen. Aber wenn die nicht “geheim” sind, dann sehe ich die logischerweise – und zwar alle. Und das in einer zusätzlichen Übersicht, in der die Gruppen der Freunde aufgelistet sind! In der aktuellen Version der App zu finden unter dem Menüpunkt “neue Gruppen finden”. Und so weiß ich, in welchem Sportverein der eine ist und welches Hobby die andere. Dasselbe gilt für politische Einstellungen.

schwarze Tastatur mit weißen Buchstaben

Hier mal eine kommentierte Liste einiger Beispiele – (und extra mit Punkten anstatt mit Zahlen, soll ja schließlich keine Rankingshow werden):

HINWEIS: Bei sämtlichen Beispielen sind nicht die originalen Gruppennamen verwendet worden sondern ähnliche. Falls diese geänderten Namen dennoch Namen einiger echter Gruppen sind (was bei einigen Namen gut sein kann …), dann ist das rein zufällig und keine Absicht.

  • “Wenn wir 10.000 sind, dann bewirbt sich Nina bei [TV-Show]” – eine Petition als Gruppe?
  • “Fotos” – Ahja …
  • “Gründonnerstag” – Was sagt uns das?
  • “Häkeln wie in der Wüste” – geht Häkeln in der Wüste anders als im Gebirge oder auf einem Schiff?
  • “Thommy geht in die Mongolei” – Gute Reise! Und dafür eine für jeden sichtbare Gruppe?
  • “Saschas Bachelorarbeit” – Kriegt der da Hilfestellungen?
  • “Diplomingeneur” – Eine Gruppe, benannt nach einem Abschluss …
  • “Weihnachtsgeschenk für Natascha” – Sehr toll sowas nicht geheim zu machen. Wenn Natascha mitbekommt, dass ihre Freunde zusammen ein Geschenk für sie planen … dann ist die Überrschung weg. Und eine Empfehlung für die Gruppe bekommt sie am PC vielleicht auch …
  • “Grundschul-Abschlußklasse 1993 Berlin” – für alle irrelevant, die es nicht betrifft – also 99,99 % aller User.
  • “Tenniskurs von Markus” – gibt’s wahrscheinlich einige
  • “So ein Blödsinn!” – denke ich auch bei so manchen Gruppennamen …
  • “Musik der 68er” – Ja, was ist damit?
  • “[Automarke]-Fans NRW!” – Machen die ein Fantreffen vor dem Werkstor?
  • “komm zurück!” – liest derjenige bzw. diejenige das?

Aber wozu diese Empfehlungen? Ich denke mal, in die wichtigsten Gruppen laden einen die Freunde doch gerne ein. Aber die Gruppen der Vereine aus den ganzen Nachbarsorten? Nein, danke. So viel Geld für Mitgliedsbeiträge habe ich gar nicht um denen alle beizutreten. 😉